„so richtig diese Standard-Knast-Russen“: 2ARA im Interview

Capital Bra und Olexesh sind schon längst nicht die einzigen Sterne auf dem Deutschrap-Himmel, die einen slawischen Background haben. Im osTraum-7’er über die „russischen“-Deutschrapper haben wir euch bereits einen Einblick in die Szene gegeben. Es bleibt natürlich nur ein oberflächlicher Einblick, aber osTraum möchte in diese Richtung tiefer graben. Auf jeden Fall folgen noch weitere 7’er zu den polnischen Deutschrapper*innen, Deutschrapper*innen vom Balkan (Teil 1 & Teil 2) und auch den „russischen“ Rapper*innen. Jetzt erstmal geht’s in die Tiefe – in die Welt eines aufstrebenden Deutschrap-Schwergewichts 2ARA.

2ARA kommt aus dem bayerischen Aschaffenburg. Als Teenager wurde er stark vom (post-)sowjetischen Chanson und russischem Rap beeinflusst. Im (post-)sowjetischen Raum hat das Chanson allerdings nicht so viel mit Patricia Kaas oder Serge Gainsbourg gemeinsam. Es ist ein Musikgenre, das auf die Lieder Gefangener, Verurteilter und Menschen, denen Ketten angelegt wurden, in der Mitte des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts im zaristischen Russland und der jungen Sowjetunion zurückgeht. Die Lyrics über die Kontroverse zwischen der kriminellen Welt und der Staatsmacht, der Alltag in den Justizvollzugsanstalten und Straflagern wurden allmählich auch durch Narrative diverser Kriege (z.B. 2. WK, sowjetische Einsätze in Afghanistan und die Tschetschenien Kriege), politischen Widerstands der Songwriter*innen sowie das neureiche kapitalistische Leben im postsowjetischen Raum ergänzt. Das schnelle große Geld, Konflikte mit dem Gesetz oder Einsamkeit in Haft sind dabei nur einige der Themen, die Rap und Chanson vereinen. Dieser Einfluss ist bei 2ARA ganz klar zu hören und zu sehen. Dabei geht es ihm nicht um Comedy, wie einigen seiner Rap-Kollegen. Er meint es Ernst. Er hat einiges davon selbst erlebt.

Anfänge, Russisches Chanson & Russischer Rap

osTraum: Kannst du dich an den ersten Moment erinnern, wo du ganz bewusst Musik wahrgenommen hast und dir gedacht hast „Wow! Das ist krass!“ oder etwas Ähnliches?

2ARA: Boah, ne, kann mich nicht dran erinnern. Ich kann mich an die Momente erinnern, wo ich das erste Mal Hip-Hop gehört habe und mir gedacht habe: „Boah, das hört sich auf jeden Fall krass an!“ Und ich habe mir gesagt, dass es richtig krasse Musik ist, Digga. So, wow! Weißt du? Ich glaube, ich war da zehn. Mit zehn hab ich schon Texte geschrieben. Dann muss ich so mit acht oder neun das erste Mal Hip-Hop gehört haben. Das war in einem Film, ich glaub das war „8 Mile“ oder irgendwas mit 50 Cent oder sowas. Ich bin mir nicht mehr sicher, welcher Film das genau war. Auf jeden Fall habe ich da das erste Mal gesehen, wie jemand rappt, und damals waren ja MTV voll am Start und die ganzen Videos. Voll krass so. Ich habe es mir dann vor der Schule angeguckt und dachte mir so, dass ich auch so was machen will.

osTraum: Was war das für Rap, den du gehört hast? Aus den USA? Deutschland? Russland?

2ARA: Das war alles Mögliche. Ich habe vieles gefeiert, z.B. Bumer (ru.: Бумер) und die Klassiker halt.

osTraum: Hast du Kasta (ru.: Каста) gehört?

2ARA: Den Namen kenne ich nicht, wenn ich aber ein Lied von ihnen höre, kenn ich das bestimmt auch. Ich habe jetzt nicht alle Namen im Kopf, aber ich habe schon viel russische Musik gehört. Ich habe auch Chanson gehört.

osTraum: Siehst du Verbindung zwischen Rap und Chanson (ru.: Шансон)?

2ARA: Ja, ich finde, dass dieses Chanson ist auch schon so Gangster-Mucke eigentlich, aber das sieht halt bisschen schöner aus, wie bei so amerikanischen Gangs. Sie ziehen sich halt ganz normal an. Aber im Endeffekt singen die auch über Straßenscheiß.

Da sagt keiner „Ich fick deine Mudda“ oder sowas

osTraum: Die Chanson-Musiker*innen sehen also besser als Rapper*innen aus, meinst du?

2ARA: Ich meine halt, dass sie nicht so asozial sind. Da sagt keiner „Ich fick deine Mudda“ oder sowas, weißt du, was ich meine?

osTraum: Ja, klar, Mutter ist heilig, wahr?

2ARA: Ja, genau.

osTraum: Hast du dann vielleicht auch Michail Krug (ru.: Михаил Круг) und Wladimir Wyssozki (ru.: Владимир Высоцкий) gehört?

2ARA: Genau – Wyssozki! Wen noch? Da sind so zwei Typen, wie heißen sie denn?

osTraum: Butyrka (ru.: Бутырка)?

Ja, genau, Butyrka! Die feiere ich richtig. Die sind so richtig diese Standard-Knast-Russen, wie aus dem Bilderbuch geschnitten.

Sport, Muttersprache & Traumberuf

osTraum: Bist du in Aschaffenburg geboren?

2ARA: Ja, ich bin hier geboren, ich bin hier aufgewachsen, ich bin Aschaffenburger.

osTraum: Deine Eltern auch?

2ARA: Die sind aus Kasachstan gekommen, weißt du? Russland-Deutsche und so.

osTraum: Ja, weiß ich. Bin selbst Russland-Deutscher, aber von der Wolga.

2ARA: Ja? Hast du dann auch einen deutschen Namen?

osTraum: Ne, mein Vater ist Russe. Meinen Vornamen wollte ich nicht wechseln. Ich bin halt, wer ich bin – Aleksej Tikhonov. Was ist aber mit der Sprache? Ist Deutsch oder Russisch die Muttersprache für dich?

2ARA: Ich spreche besser Deutsch als Russisch, das auf jeden Fall. Meine Muttersprache ist aber auf jeden Fall Russisch. Das ist halt die Sprache, wo ich halt mehr so fühle, weißt du?

osTraum: Klar, kann ich verstehen. Anderes Thema: Du bist ja sportlich gebaut und so. Hast du auch eine sportliche Vorgeschichte? Fußball oder Boxen? Oder ist es immer Fitnessstudio gewesen?

2ARA: Also ja, ich habe meine sportliche Geschichte. Ich habe als Kind Boxen gemacht. Also jetzt nicht richtig krass geboxt, aber ich bin schon ein bisschen zum Boxen gegangen, auf jeden Fall, und danach… ähm… also im Knast hab ich dann mit Fitness angefangen und so. Seitdem mach ich das die ganze Zeit. Also jetzt momentan mach ich das nicht mehr, aber phasenweise dann mach ich’s wieder, weil’s halt gut für den Kopf ist. Das macht mir halt freien Kopf und so und auch deswegen mache ich Kraftsport. Ich jogge auch gern.

osTraum: Hattest du als Kind einen Traumberuf?

2ARA: Ja, entweder Rapper oder Zuhälter [lacht] also irgendwas Kriminelles.

osTraum: Dealer?

2ARA: Ja, Drogendealer oder Rapper oder Zuhälter oder alles gleichzeitig.

osTraum: Wie Snoop Dogg?

2ARA: Genau. Alles. Das volle Programm.

Alte Schule, Hitze, Universal Music & Aschaffenburg

osTraum: Wie ist es denn jetzt Label-technisch bei dir? Bist du jetzt noch bei Alte Schule Records von Haze?

2ARA: Ich bin gar nicht mehr bei Alte Schule Records. Ich war da und jetzt habe ich mein eigenes Label – Hitze Records – und Chapter ONE ist mein Vertrieb und so das Hauptlabel. Aber mit Alte Schule ist alles easy. Ich bin cool mit Haze. Wir verstehen uns gut. Wir drehen bald ein neues Video. Also alles so, wie es sein muss. Wir sind gut in Kontakt so.

osTraum: Durch deine Texte entsteht der Eindruck, dass du ein Einzelkämpfer bist, dem die Meinung von Anderen egal ist, so nach dem Motto „Mit dem Kopf durch die Wand“. Stimmt dieser Eindruck mit deiner wirklichen Persönlichkeit überein?

2ARA: Das auf jeden Fall. Es macht voll Sinn. Umso älter man wird, umso schwieriger wird es halt. Immer mehr denkst du über die Sachen nach. Mit dem Kopf durch die Wand – es gibt nur einen Weg. Der Weg ist jetzt Musik. Das ziehe ich jetzt auch durch. Das ist so gekommen, weil ich im Knast gesessen habe und damals habe ich mir gesagt: „Ey, wenn ich hier rauskomme, dann mach ich Musik!“ Und jetzt mache ich Musik. Ich habe mich in die Sache reingesteigert. Ich war ganz unten und habe verstanden, dass ich da weg musste. Jetzt bin auf dem Weg nach ganz oben. Ich darf nicht wieder nach ganz unten landen.

osTraum: Wohnst noch in Aschaffenburg? Du bist doch auch oft in Frankfurt am Main?

2ARA: Ja, ich bin in Aschaffenburg und ja, ich bin oft in Frankfurt unterwegs. Ich drehe auch viele Videos in Frankfurt. In Berlin bin ich auch halt viel. Jetzt nach Corona war ich dann nicht mehr oft da, aber sonst ab und an, auf jeden Fall.

Straßenrap, Authetizität & Gopniki

osTraum: Was Lyrics im Straßenrap betrifft, meinst du Rapper*innen müssen 100 % hinter dem stehen, was sie in den Texten erzählen oder ist es OK einfach das zu rappen, was sich verkauft? Ein Paradebeispiel ist hier Capital Bra. Er rappt über scheiß Polizei und dass Tschetschenen seine Freunde sind und so. Wenn er aber von tschetschenischer Mafia erpresst wird, zu wem geht er dann? Zur Polizei. Da scheint doch irgendwas zwischen dem „authentischen“ Ich in den Texten und dem wahren Ich im Leben nicht zu stimmen.

2ARA: Da ist schon irgendwo eine Grenze. Man muss schon aufpassen, was man sagt. Es muss schon irgendwo passen. Ich weiß jetzt nicht, was in diesem Fall los war, aber kann ja alles gewesen sein. Soweit ging’s bei mir noch nicht, dass jemand gesagt hat: „Ey, du hast so und so gesagt, aber das ist ganz anders bei dir!“ Auf jeden Fall, wie gesagt, wenn der über die Tschetschenen rappt und hat dann halt Stress… Ich weiß nicht, eigentlich muss doch eigentlich kein Stress sein, wenn er mit jemandem chillt und die kennt. Dann stimmt da irgendwas nicht… Es kann ja sein zum Beispiel, dass ich vor drei Jahren etwas gesagt habe, was jetzt nicht mehr so ist. Die Lebenssituation verändert sich halt, weiß du, aber normalerweise bin ich dafür, dass so Dinge zusammenpassen. Für mich muss es auf jeden Fall meist einen Zusammenhang geben.

osTraum: Hat deine Familie – Eltern, Großeltern und so – deine Musik schon mal gehört? Was meinen sie dazu?

2ARA: Ja, auf jeden Fall. Am Anfang war keiner begeistert, aber irgendwann haben sich alle daran gewöhnt. Das ist halt immer so, wenn man was Neues macht. Da gucken alle einen an, als ob man das schon ein bisschen länger macht und so. Jetzt ist aber alles easy. Die Videos werden besser. Die Mucke wird immer besser. Alles wird größer. Jetzt nehmen die Leute das schon ernster, wie wenn vor zwei-drei Jahren, als ich gesagt habe, ich rappe jetzt was.

osTraum: Im deutschsprachigen Kulturraum, aber auch global – oder zumindest in der Nordhalbkugel unserer Erde – können wir gerade einen Hype um die Gopnik-Subkultur beobachten. In Deutschland wären so Beispiele auf jeden Fall Capital Bra, Olexesh und ja auch du, dann die Ost Boys und Slavik Junge an sich. Global wäre es dann die Russenhocke bzw. wird sie von vielen auch als Slawenhocke bezeichnet. Dabei wissen nur die wenigen, dass diese Kultur direkt was mit dem Knast zu tun hat und dass sie aus den langjährigen repressiven Verhältnissen in der Sowjetunion und Russland kommt. Findest du es in Ordnung, dass Leute so was feiern, ohne den Hintergrund zu kennen?

2ARA: Ja, das find ich schon okay, wenn ich in die Hocke gehen will, soll ich in die Hocke gehen. Ich habe das im Knast selber so gesehen. Zehn Russen und alle sitzen in der Ecke in der Hocke. Ich find’s cool. Also, das sind halt die Blatnyje [Russische Bezeichnung für professionelle Kriminelle, die nach eigenem Kodex leben. Ursprung des Wortes liegt im Hebräischen בַּלָּאט (balat, de.: leise, verdeckt, geheim) und wurde aus dem Jiddischen in Odessa (Ukraine) ins Russische und Ukrainische entlehnt (Anm. d. Red.)]. Wenn die Leute so 1990-er-mäßig drauf sind und wenn sie es jetzt alle feiern, dann ist es doch geil. Dann sollen sie es eben feiern. Wenn wir es Mal halt mit dem Hintergrund wissen wollen, dann suchen wir danach. Wenn nicht, dann soll man halt einfach chillen und in die Hocke gehen.

osTraum: Dein Song „Faxen“ erinnert mich irgendwie an Gangster Paradise von Coolio. Ist da was Wahres dran?

2ARA: Ne, das war einfach nur so rausgekommen. Ich habe mal einen Text geschrieben. Ich habe da jetzt nicht irgendwie davor anderen Rap gehört, der mich inspiriert hat. Ich habe ’nen Beat geschickt bekommen und habe dann drauf was geschrieben. Ich muss mir mal „Faxen“ nochmal anhören, weil der Track ja auch schon ein bisschen älter ist, und dann höre ich mir mal „Gangster Paradise“ an, ob das so dasselbe Feeling macht, muss ich mal gucken.

Russisch, salam alaikum & Olexesh

osTraum: JeyJou und AK rappen in Featurings mit dir ja unter anderem Russisch. Wie kam das? War das deine Idee? War das ihre Idee?

2ARA: Jey Jou ist Russe und AK, ich weiß gar nicht, der ist Kurde, glaube ich… Doch ich weiß, der ist Kurde auf jeden Fall. Er hat so gesagt – „Ey, spreche ich das richtig aus? Damit es halt cool rüberkommt? Passt alles?“. Ich meinte zu ihm „Ja, mach das. Das ist cool.“ Dann haben wir das halt so gemacht. Und JeyJou, он русский (de.: er ist Russe), hundert Prozent. Er kommt aus Hanau. Das ist hier nicht weit von Aschaffenburg.

osTraum: Dein Feature mit Olexesh kam ja so zustande, dass du einen Track aufgenommen hast, da Platz für ihn gelassen hast und ihm einfach den Track geschickt hast und ihn gefragt hast, ob er nicht was beisteuern möchte. War das so? So einfach?

2ARA: Ne, das war ein bisschen anders, aber der ist auf jeden Fall ein cooler Typ. Damals hat er mir echt gut geholfen. Also für so aus dem nichts, direkt mit mir ein Feature gemacht, weißt du. Kollege hat ein Lied von mir Olex geschickt und der hat’s gefeiert und hat mir dann geschrieben: „Ey, was geht, Bro? Ich finde, deine Mucke ist pampig.“ – „Ich finde deine Musik auch voll geil,“ habe ich ihm geschrieben und so ging es weiter. Dann haben wir „Сколько надо“ (de.: „Wie viel brauchste?“) und „Keine Liebe“ zusammen gemacht.

osTraum: In einigen deiner Tracks sagst du so Salam oder Salamtschik. Woher kommt es? Kommt es irgendwie von deinen arabischen Freunden, so Salam Alaikum und so oder kommt es aus Kasachstan noch – von deinen Eltern vielleicht?

2ARA: Das kommt immer darauf an. Das kommt auch von der Straße. Ich habe das auch viel im Knast gehört. Solche Sachen halt. Das ist das coole Russisch, dass Leute so sagen. Einige fragen so: „Hä, bist du Moslem?“ und ich so: „Nein, aber im Knast sagst du das immer so… Salam… Salamtschiki.“ Da sagst du nicht „Hi“ oder „Hallo“ oder „Guten Tag“. Da redet man halt so, weißt du, so, mit diesem Slang halt, also kennst du das Wort, dann benutzt du das auch. Aber das kommt nicht aus der Familie oder aus Kasachstan.

Haze, kasachische Musik, Autotune & weitere Insights aus der Zukunft

osTraum: Wie hast du eigentlich Haze kennengelernt?

2ARA: Sein Bruder hat mich eigentlich eingeladen… auf ein Konzert von Haze und dann haben wir uns dort kennengelernt und dann eins nach dem anderen… Wir verstehen uns gut.

osTraum: Hat es auch etwas damit zu tun, dass ihr beide ja slawische, also russische und kroatische, Wurzeln habt?

2ARA: Ja auch, weil unsere Sprachen sehr viele Ähnlichkeiten haben und auch so „Старая школа“ – Alte Schule – und so, ich hab mich da auf jeden Fall hingezogen gefühlt, weißt du. Alte Schule hat mit Lebenseinstellung zu tun und mit alles so ein bisschen.

osTraum: Nun Blitz-Fragen. Ich stelle ganz kurze Fragen und du antwortest mir nacheinander. Du musst aber nicht kurz antworten. Kannst auch länger formulieren.

2ARA: Okay. Los geht’s.

osTraum: Was hörst du sonst so aus russischer, kasachischer und halt so postsowjetischer Musik?

2ARA: Da gibt es so einen Typen, da weiß ich jetzt nicht den Namen. Ich höre ihn ständig bei YouTube auf… Das geht voll ab, Alter… Gunwest heißt der. Das ist sowas, was ich feiere.

osTraum: Gibt es Musiker*innen, mit denen du kein Feature machen würdest?

2ARA: Ja, auf jeden Fall, aber ich will keine Namen nennen. Es gibt auf jeden Fall mehr Musiker, mit denen ich keins machen würde, wie mit denen ich eins machen würde. Sagen wir es mal so, das soll jetzt auch nicht abgehoben klingen oder so, aber das muss schon alles passen zwischen Leuten so, weißt du.

osTraum: Autotune bei 2ARA?

2ARA: Ne… mal gucken… vielleicht… mal gucken, wie sich das entwickelt. Vielleicht kommt ja noch irgendwas, wo ich mir denke: „Oh, jetzt könnte ich mal. keine Ahnung, auf Deep-House-Beats rappen“ oder sowas, weißt du. Schauen wir mal, was kommt.

osTraum: Ein Sommerhit von 2ARA? So wie „Magisch“ von Olexesh.

2ARA: Ja, das könnte passieren… safe! Ja, auf jeden Fall. Wieso nicht? Ich denke mal, nächsten Sommer, also was heißt nächsten… Ja, safe nächsten Sommer, also 2022. Oder auch schon vielleicht diesen Sommer? Es muss auch so von allgemeiner Stimmung passen so, weil jetzt auch wegen Corona und sowas ist nicht so gut, aber ich muss auf jeden Fall da was machen. Da wird sich schon was ergeben. Da wird sich die Musik nicht verändern, aber das wird sich schon alles ein bisschen so immer weiter so in diese Filme rein, weißt du, wie ich meine? „Hart auf Hart“ war richtig asozial, also das war voll Straße. „Hitze“ ist nochmal ein bisschen lockerer und jetzt kommt „Szenetape“, damit man die Entwicklung bemerkt. Es geht immer weiter.

osTraum: Gibt es für dich Tabu-Themen in Texten?

2ARA: Nein, es gibt keine.

osTraum: Celo & Abdi?

2ARA: Ja! Auf jeden Fall! Ja! Mietwagentape 2!

osTraum: Gibt es einen besonderen Track für dich? Besondere Zeilen in deinen Songs?

2ARA: Ich habe eins. Das ist der oldschooligste Beat. Der Track heißt „Sie wollen mich“. Also sie wollen mich unten sehen. Das ist so halt: Da gehe ich so richtig in mich und es war auch so ’ne Zeit, die war nicht nur perfekt, weißt du. Über diese Zeit habe ich halt geschrieben und wenn ich den Track jetzt höre, gibt es mir so Kraft, wenn ich den paar Monate später höre, und das jetzt alles besser geworden ist und so, weißt du. Das ist schon so ein besonderer Track für mich. Ob ich das Video dazu drehe oder nicht? Mal schauen.

osTraum: Würdest du Texte auch kaufen?

2ARA: Ich schreibe alles selber. Das ist mir ganz wichtig, dass ich sie selber schreibe.

osTraum: Willst du Musik selbst schreiben?

2ARA: Ja, safe. Ich sitze mit den Beat-Makern so und mit dem Produzenten und wir machen zusammen Skizzen und bauen die Beats dann auf, halt so, ne? Also ich weiß jetzt nicht, welche Knöpfe ich da drücken muss und so, aber ich bin da schon oft dabei und mache da mit. Ich würde auch gern in Zukunft lernen, selber Beats zu bauen.

osTraum: Rammstein?

2ARA: Ne, das höre ich nicht. Das ist mir zu viel.

osTraum: Aber das Featuring zwischen Lindemann – dem Sänger von Rammstein – und Haftbefehl hast du gehört?

2ARA: Ja, kenne ich, aber ich feiere das nicht. Also, ich feiere Haftbefehl voll, aber das ist nicht so meins.

Tagesrhythmus, Navalny, Putin & Frauen im Rap

osTraum: Playstation oder Hanteln?

2ARA: Hanteln.

osTraum: Ausschlafen oder früh aufstehen?

2ARA: Früh aufstehen. Heute, sag ich dir ehrlich, ich bin heute um sieben Uhr früh aufgestanden und ich musste nach Frankfurt und dann hat mir der Typ, also wo ich mich treffen musste, kurzfristig abgesagt. Dann habe ich mich wieder schlafen gelegt, und jetzt hab ich verschlafen 20 Minuten. 12 Uhr, tut mir leid. Aber normalerweise, so um 9 Uhr, 10 Uhr, muss man schon fit sein, so dass man alles im Blick hat, weißt du.

osTraum: Weißt du über die aktuelle Geschichte mit Navalny und Putins Schloss Bescheid?

2ARA: Also Navalny sagt mir was, aber Putins Schloss – was ist das?

Auf YouTube sind deutsche und englische Untertitel vorhanden

osTraum: Aleksej Navalny – der russische Putin-Kritiker – hat einen Film über ein Schloss gedreht. Das ist auf YouTube. Ich werde es dir schicken. Auf jeden Fall zeigt er da Schritt für Schritt, wie sich Putin ein Schloss für mindestens 1 Milliarde 120 Millionen Euro gebaut haben soll und das alles vom Steuergeld russischer Steuerzahler*innen.

2ARA: Echt krass, hab ich nicht mitbekommen, aber krasser Typ auf jeden Fall. Bei dem läuft’s. Krasse Scheiße auf jeden Fall. Krass!

osTraum: Gehst du wählen?

2ARA: Ne, ich gehe nicht wählen.

osTraum: Bis jetzt hattest du in deinen Videos keine halbnackten Frauen oder so. In Texten rappst du auch nicht unbedingt von „Schlampen“ oder „Bitches“ oder sowas. Ist es Überzeugung? Irgendwie Respekt vor der eigenen Mutter und auch anderen Frauen? So wie bei Massiv?

2ARA: Also, im Szenetape ist auf jeden Fall bisschen mehr über Frauen… Also, was heißt über Frauen… über Nutten… über Bitches halt… sowas kommt jetzt langsam und… ähm… und im neuen Video sieht man auch bisschen Frauen. Also das kommt noch. Aber nicht so auf nackte Haut… man sieht halt nicht viel, da zieht mal eine an einem Joint oder so, weißt du? So ganz cool. Also, ich mag das. Ich gucke, dass ich, wenn ich mal so ein Video mit Frauen drehe, dann müssten da schon richtig viele drin sein, aber das kommt schon. Also kann ich auch machen, aber ich habe noch nie diesen Track gehabt, um zu sagen: „Ey, da kommen jetzt gut Frauen rein“, weißt du?

osTraum: Die Tracks waren zu Straße?

2ARA: Genau. Ja.

osTraum: Wenn du dich von außen betrachtest, denkst du, dass du es jetzt geschafft hast?

2ARA: Es geht jetzt erst los! Jetzt geht’s los! Jetzt muss ich noch mehr machen. Noch mehr Gas geben und so. Dann geht da auf jeden Fall was. Das ist alles erst der Anfang. Also, kauft und streamt alle mein Album – 16.04.21 kommt das „Szenetape“. Pusht es! Unterstützt mich! Dass wir alle gemeinsam es schaffen, dass ich das alles noch mal krasser machen kann.


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Titelfoto © Hitze Records / IMUN Frankfurt am Main

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