Die russische Erfolgsserie Slovo Pazana, Gopniks, Kanye West & Neo-Nazis: Alles ein Trend?

Text: Maria Gerasimova & Aleksej Tikhonov

Während der russländische Krieg gegen die Ukraine nicht gerade die russische Kultur im Ausland fördert, kann das parallel dazu stattfindende Revival der Gopnik-Kultur nicht übersehen werden. Kanye West setzt auf die Massenproduktion von Oberteilen mit Aufschriften auf Russisch, designt von Gosha Rubchinsky. Die Serie über kriminelle Jugendliche in der Perestroika Zeit „Slovo pazana“ erreicht rekordverdächtige Zuschauer*innenzahlen und wird selbst von Ukrainer*innen mit Interesse verfolgt. In der Rap- und Popmusik tauchen vermehrt junge Männer mit kurzen Haaren in Sportanzügen auf. Das in-die-Hocke-gehen scheint wieder in zu sein oder vielleicht gab es auch nie ein Aus für den Trend. Wie ist der wiederbelebte Hype rund um die Kultur von Gopniks und Pazans zu verstehen und was steckt dahinter?

Was haben Gosha Rubchinsky, Kanye West und Neo-Nazis gemeinsam?

2008 stellte Rubchinsky seine Kollektion „Empire of Evil“ vor – der Name ging ganz bewusst auf Ronald Regans Bezeichnung der UdSSR als das Imperium des Bösen (Orig.: Evil Empire), die er in seiner Rede im März 1983 über den sowjetischen Afghanistankrieg benutzte. Etwas über einem Jahr später kam in Moskau Georgiy „Gosha“ Rubchinsky auf die Welt. Fünf Monate nach der Annexion der Krym durch die Truppen Russlands veröffentlichte Rubchinsky sein Kunstfotobuch „Crimea/Kids“ (IDEA Books, 2014). Laut dem New East Digital Archive (ehem. Calvert Journal) betonte Rubchinsky jedoch, dass es in dem Buch nicht um die Annexion geht, sondern um die Krym als einen Traumurlaubsort für viele (Sowjet-)Russ*innen. Seit 2011 reiste er oft nach Jalta und hielt fotografisch den Stil dortiger Teenies fest. Das Buchprojekt sei eine Liebeserklärung an die Halbinsel, die nie mehr die gleiche sein wird. Dass es Rubchnisky anscheinend ausschließlich um die Sicht der Russ*innen auf die Krym geht, bleibt ein unreflektiertes Problem seines Buches, das mittlerweile ein Sammlerstück ist und bis zu 300 € kostet. 

Die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland und die damit zusammenhängende Kollaboration von Rubchinsky und Adidas machte den Designer endgültig zu einem globalen Brand. Mit seinem Erfolg fand aber auch die Popularisierung von russisch-kyrillischen Schriftzügen und des Modestils spätsowjetischer Jugendlicher, die zwischen Defizit und Kult der westlichen Brands aufwuchsen. Für Rubchinsky folgte die Zusammenarbeit mit Burberry, Levi’s, Dr. Martens und 2023 schließlich auch mit Kanye Wests Modemarke Yeezy. Ein Jahr zuvor kündigte Adidas die Kooperation mit dem US-Rapper aufgrund seiner antisemitischen Aussagen. Kanye und Rubchinsky – zwei mediale Persönlichkeiten, die es immer wieder darauf anlegen, die maximale Aufmerksamkeit, oft durch Provokation, zu erlangen, machen nun zusammen weiter. Nach der russischen Erfolgsserie „Slovo Pazana“ berücksichtigen die beiden das Revival des Gopnik-Hypes. Die äußerst schwierigen popkulturellen Bezüge, die dadurch zum Vorschein kommen, bleiben jedoch für die meisten Käufer*innen unentdeckt.

Der Schauspieler Jaroslav Mogilnikov, der in „Slovo Pazana“ den Jungen „Jeralasch“ spielt, posierte kurz nach dem viralen Erfolg der Serie für Gosha Rubchinsky und trug dabei ein weißes T-Shirt mit einem schwarzen Frakturschriftzug VULTURES und einem abstrakten Bild. Auf den ersten Blick ein unbedenkliches Design, bei dem nur wenige erahnen könnten, dass es eine Hommage an die norwegischen Black Metal Bands der 1990-er ist. Viele Streetwearbrands und auch Fast-Fashion-Giganten wie H&M spielen mittlerweile mit der Ästhetik diverser Metal Genres, wie dem Black oder Death Metal, warum also auch nicht Gosha Rubchinsky? Die Nuance dabei ist, dass das T-Shirt von dem Merchandise des norwegischen One Man Projects Burzum inspiriert wurde, denn die vielen Parallelen und Verbindungen zu diesem Black Metal Musikprojekt lassen andere Schlussfolgerungen nicht zu:

Der Gründer von Burzum Varg Vikernes war zwischen 1994 und 2009 für Mord, Brandstiftung von Kirchen und unerlaubten Waffenbesitz in Norwegen in Haft. Er war zudem Mitglied des Weißen Arischen Widerstands (Norw.: Hvit Arisk Motstand) und schreibt in seinen Büchern (z.B. Die Reden von Varg, Norw.: Vargsmål) offen über seine rassistischen und neo-nazistischen Ansichten, z.B. über die „Überlegenheit der Arischen Rasse“ und „das von Juden erfundene Christentum zur Versklavung weißer Menschen“. Viele seiner Bücher gibt es übrigens im freien Verkauf auf Amazon Deutschland [und das ist keine Werbung, sondern Entsetzen]. Im Januar 2024 wurde ein Foto von Kanye West und dem Rapper JPEGMAFIA auf X veröffentlicht, auf dem West das bekannteste T-Shirt von Burzum trägt, mit Varg Vikernes auf seiner Brust. Das Foto löste Diskussionen im US-Hip Hop, aber auch in der globalen Metalszene aus. Vikernes distanzierte sich von West, über den er seinen eigenen Angaben nach nicht viel weiß und ihn persönlich nicht kennt.

Mit der Vorgeschichte begann also die Kollaboration zwischen West und Rubchinsky. In Wests Online-Shop kann man heute für je 20 $ diverse T-Shirts, Hoodies und Socken mit kyrillisch-russischen Aufschriften, die an Altkirchenslawisch erinnern sollen und damit einen Link zum Russisch-Orthodoxen Christentum herstellen, kaufen, darunter ФАК АДИАДАС (FUCK ADIDAS), АДИ НАХУЙ (VERPISS DICH ADI) oder ЧЕРНЫЕ ПСЫ (SCHWARZE KÖTER). Zwei Unternehmer, die offensichtlich nicht im Gutem mit Adidas auseinandergegangen sind, wollen es dem deutschen Unternehmen heimzahlen.

Quelle: https://yeezy.com/
Quelle: https://yeezy.com/

Das FUCK ADIDAS-Shirt trägt nun auch der bekannteste Produzent von Slovo Pazana Fedor Bondarchuk:

Neben dem Burzum-inspirierten Shirt erinnert ein weiteres Produkt sehr stark an die Sport-T-Shirts der Bundeswehr, für die Adidas auch Sportbekleidung hergestellt hat:

Warum „Slovo pazana“ den Nerv der Zeit trifft?

Zur steigenden Romantisierung der kriminellen Ästhetik und des Gopnik-Stils, inspiriert von der spätsowjetischen und postsowjetischen Jugendkultur, hat die russische Serie „Slovo pazana. Krov’ na asfalte“ (de.: Das Wort des Jungen. Blut auf dem Asphalt) beigetragen. Die Serie erschien Ende 2023 zunächst auf den Streaming-Plattformen Wink und Start und wurde im April diesen Jahres auch im Programm des russischen Fernsehsenders NTV ausgestrahlt. Vorsorglich als eine Serie mit der Alterseinstufung 18+ markiert, erzählt „Slovo pazana“ exemplarisch die Geschichte der Jugendbande „Universam“ aus der tatarischen Hauptstadt Kasan‘. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen dokumentarischen Werk von Robert Garajev, der selbst als Jugendlicher Teil einer ähnlichen Gruppierung war. „Universam“ ist dabei frei erfunden, die anderen Gangs haben so oder so existiert. 

„Slovo pazana“ hat eine große Resonanz nicht nur in Russland erreicht, sondern auch im Ausland. Die Handlung geht auf das Jahr 1989 zurück. Die Perestroika-Zeit neigt sich ihrem Ende zu. Die desillusionierten Pioniere teilen unter sich die Stadt auf – wörtlich den „Asphalt“. Als Junge ist man entweder ein „pacan“ (dt: Digga, Bruder, Bratan), also das Mitglied einer Bande, oder ein „čušpan“ (dt: Lauch, Opfer). Als „čušpan“ ist man ständig der Willkür von „pazans“ ausgeliefert. Immerhin besteht die Möglichkeit zu einem „pazan“ zu werden, wenn man die „Aufnahmeprüfung“ besteht. Dafür müsste der „čušpan“ sich in einem Kampf gegen ein Mitglied der Bande durchsetzen. 

Zwar geht es in der Serie explizit um das sogenannte „Kasaner Phänomen“, waren die Jugendbanden in der Sowjetunion nicht nur in Kasan‘ anzutreffen. Bereits seit dem Anfang der 1970er entstanden in unterschiedlichen Ecken der Sowjetunion die ersten kriminellen Gruppierungen, die zum überwiegenden Teil aus Jugendlichen bestanden. Das Wirken einer Bande war durch einen ungeschriebenen Kodex („ponjatija“) bestimmt, so durfte ein „pazan“ z.B. nur mit einem jungfräulichen Mädchen zusammen sein; Zigaretten, Alkohol und Drogen waren untersagt (wobei die Älteren durften das); die Mitglieder mussten zum „obščak“ (die Gemeinschaftskasse einer Bande) beitragen – das Geld wurde häufig für die Bedürfnisse der in JVAs sitzenden „pazans“ vorgesehen. Die Bande selbst wurde in unterschiedliche Altersstufen unterteilt. Die jüngsten Mitglieder („skorlupa“ – dt.: Eierschalen) sind in der Regel 14-15 Jahre alt (hier gibt es aber auch Ausnahmen, einige berichten, bereits mit 11 oder 12 in einer Straßenbande gewesen zu sein). In den großen Banden konnte es bis zu sechs-sieben unterschiedlichen Altersstufen geben, schreibt Robert Garajev.

Auf der Tagesordnung standen regelmäßig Straßenkämpfe mit feindlichen Banden, aber auch untereinander als Trainingsmaßnahmen. Während die Kämpfe in der Anfangszeit eher ins Krankenhaus führten, änderte sich ihr Charakter mit dem Zerfall der Sowjetunion rasant. In den 1990ern endeten viele Mitglieder solcher Banden auf dem Friedhof. Die Banden teilten damals nicht nur den „Asphalt“, sondern auch Geschäfte, die auf diesem „Asphalt“ gemacht werden, das heißt auch legale Geschäfte, Wochenmärkte und Fabriken.

Die Serie „Slovo pazana“ zeigt die Welt der Jugendbanden durch die Augen der Hauptfigur Andrej – eines 14-jährigen Schülers, der zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter und der kleinen Schwester in einem Plattenbau lebt. Andrej ist ein „čušpan“, hat gute Noten und spielt Klavier. Im Laufe der Serie durchlebt er die Transformation zu einem „pazan“. Aus einem vorbildlichen Schüler wird ein Jugendkrimineller. Als er von der Lehrerin damit beauftragt wird, seinem Mitschüler Marat Nachhilfe in Englisch zu geben, eröffnen sich für ihn neue Perspektiven auf sein Leben. Andrej wird Teil der „Universam“-Bande, deren Anführer Marats Bruder Wowa „Adidas“ ist. Wowa gehört zu den Älteren. Er kehrt nach seinem Einsatz in Afghanistan zurück und setzt neue Hierarchien in „Universam“ durch. 

In „Slovo pazana“ gelingt es dem Regisseur Žora Kryžovnikov, einen zwar kurzen aber dafür sehr einprägsamen Einblick in die Welt der spätsowjetischen Jugendbanden zu gewähren. Die Charaktere der Serie werden weder schwarz noch weiß dargestellt, genau das macht sie so lebendig und beliebt unter Zuschauer*innen. Die Serie trifft den Zeitgeist. In Russland führte sie jedoch nicht nur zu positiven, sondern auch zu negativen Reaktionen. So gab es zahlreiche Stimmen, die vor allem die Glorifizierung der Gewalt in der Serie kritisierten. Die Duma-Abgeordnete Natalija Orlova stellte eine Anfrage an Roskomnadzor (dt.: Föderaler Dienst für die Aufsicht im Bereich der Kommunikation), um die Serie auf mögliche Verstöße gegen das Gesetz zu prüfen. Roskomnadzor konnte jedoch keine Verstöße feststellen, da die Serie ja bereits mit 18+ markiert war. In der Öffentlichkeit fanden sich aber auch bekannte Befürworter, wie der Regisseur Nikita Mikhalkov, die sich gegen den Verbot der Serie ausgesprochen haben. 

Die Überprüfung durch Roskomnadzor ist insofern paradox, da die Serie dank der staatlichen Finanzierung entstanden ist. Das Budget für „Slovo pazana“ kam u.a. vom „Institut für die Entwicklung des Internets“, das meistens Propagandainhalte finanziert, und von dem Fernsehsender NTV, der Gazprom gehört. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Serie nicht nur in Russland, sondern auch in der Ukraine, Kasachstan, Belarus und anderen postsowjetischen Staaten Anklang fand. Auch bemerkenswert ist, dass der Song der Band AIGEL „Piyala“ auf Tatarisch, der als roter Faden durch die ganze Serie zieht, im Abspann mit keinem Wort erwähnt wird – vermutlich aufgrund der Antikriegsstatements der Band.

Wie kontrovers „Slovo pazana“ national und international ankam, zeigt das große Interesse des Publikums an der spätsowjetischen Zeit – die Nostalgie, gemischt mit dem Wunsch, dem Zerfall der Sowjetunion auf den Grund zu gehen. Die Jugendbanden, wie sie in der Serie dargestellt werden, sind auch heute nicht komplett verschwunden. Auf dem russischen YouTube-Kanal „Redakcija“ beschäftigten sich die Journalst*innen mit dem Phänomen in einer anderen Stadt an der Wolga – Uljanowsk. Auch wenn der Ausmaß der Bewegung in Uljanowsk nicht mit der Situation in Kasan‘ in den späten 1980ern verglichen werden kann, ist die Ähnlichkeit zu den damaligen Gangs in Kasan‘ nicht zu übersehen.

Nach dem Erscheinen der Serie berichteten russische Medien, dass es vereinzelt zu Auseinandersetzungen unter den Jugendlichen in diversen Städten Russlands kam und das diese durch die Serie motiviert wurden. Ob es sich nur um einen kurzfristigen Trend handelt, bleibt offen. Allerdings schaut der Alltag in Russland der 2020er schon etwas anders als in den 1980ern aus, trotz einiger Parallelen zu heute, wie z.B. der damalige Krieg in Afghanistan und heute in der Ukraine. Auch die Schicksale von „pazans“ nach dem Zerfall der Sowjetunion durften für die heutigen Jugendlichen kein Geheimnis sein. Ein Spaziergang durch die Friedhöfe russischer Städte machen es deutlich – reihenweise Grabmäler von jungen Männern mit den Todesdaten in den 1990ern und 2000ern.

Pazans und Gopniks in der aktuellen russischen Rap- und Pop-Musik

Anfang April 2024 veröffentlichte der umstrittene russische Rapper Husky sein neues Musikvideo zum Lied „Molodoj Russkij“ (de.: Der junge Russe). Die Bilder ähneln der Ästhetik in „Slovo Pazana“ sehr: die russische Provinz, Stadtrandsiedlungen, Kampfsporttraining in alten Turnhallen, harter Winter und eben die Jungs von der Straße. Die Bilder aus seiner Heimatstadt Ulan-Ude stammen dabei nicht aus den 1980ern, sondern aus 2023/24. Die Zeit in der Provinz scheint stehen geblieben zu sein. Auch seine Strophen könnten über das Leben des Protagonisten Andrej aus „Slovo Pazana“ erzählen: „Mein Vater war ein Weirdo / Er rauchte Hasch / Einmal ging er in die verschneite Dunkelheit hinaus, um Brot zu holen / Der leere Blick meiner Mom / Seine Melancholie wurde immer stärker / In den vielen Jahren ist das Brot zu Stein geworden / Der junge Russe bittet nicht um Gnade / Der junge Russe kennt keine Gnade“. Wie auch oft bei Husky könnten die Zeilen auch als Kritik an der Regierung gedeutet werden, die Lebensumstände schafft, in denen der Tod für junge Männer wirtschaftlicher ist als das Leben und sie deshalb freiwillig an die Front gehen: 

Wer lediglich in seinem neuen Musikvideo direkte Verbindungen zu Slovo Pazana herstellt, ist der tatarisch-russische Rapper SQWOZ BAB. In „Ozeru v Lesu“ (Ein See im Wald) geht es eigentlich um junge Männer, die erst Geheimratsecken und dann Glatzen bekommen. Neben dem Rapper spielt die zweite Hauptrolle im Video-Sujet Slava Kopejkin. In der Serie heißt er Turbo und ist einer der Bandenanführer:

Wie auch bei Husky, sehen wir hier halbverfallene Trainingshallen, Boxkämpfe und zusätzlich dazu einen weiteren direkten Bezug zur Serie. Zum Schluss des Videos läuft in die Halle ein blutüberströmter Teenager rein und ruft dazu auf, den Anderen eine Lektion zu erteilen. Die Anderen sind dabei im Video und auch in der Serie die Volosatiki (die Langhaarigen) – ein Sammelbegriff für subkulturelle Jugendliche, die durch ihre langen oder bunten Haare negativ bei den Pazany auffallen. Alle müssen eben gleich sein – kurze Haare, Trainingsanzüge, gewaltbereit. Ein Lebensstil, der von westlichen langhaarigen Idolen geprägt ist, wird nicht geduldet. 

Was heißt das alles nun?

Während die russische Invasion in der Ukraine die Wahrnehmung moderner russischer Kultur im Ausland nicht gerade fördert, erlebt der Gopnik-Kult ein Revival. Von Kanye Wests auf Russisch bedruckten Shirts bis hin zu Serien wie „Slovo pazana“, die rekordverdächtige Zuschauerzahlen erreichen, – die Ästhetik der spät- und postsowjetischen Jugendkultur ist präsenter denn je. Doch hinter der modischen Fassade und popkulturellen Faszination verbergen sich oft komplexe und problematische Bezüge. Rubchinskys Mode, die ursprünglich als Hommage an die sowjetische Vergangenheit gedacht war, fusioniert nun mit westlichen Provokateur*innen à la Kanye. Diese Schnittstelle zwischen Mode, Nostalgie, einer oft romantisierten kriminellen Jugendkultur und russischen Kolonialbestreben fordert uns auf, genauer hinzusehen und die dahinterliegenden kulturellen Spannungen und Verbindungen zu reflektieren. In einer Zeit, die auch von Post-Ironie und politischer Verdrossenheit geprägt ist, bleibt die Frage, wie tief diese popkulturellen Trends in die Gesellschaft eindringen und welche Botschaften sie tatsächlich vermitteln. Die Zeit ist reif genug. Die Post-Ironie und der unreflektierte Gopnik-Hype müssen anders begegnet werden, denn die „Russenhocke„, Gosha Rubchinsky und die Befürwortung des russländischen Krieges gegen die Ukraine sind nur ein paar Schritte voneinander entfernt.


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