7 osTraum-Rapper, die härter sind als 50 Cent

„Die 7…“ – ist unsere neue Reihe, in der wir euch jeweils 7 Künstler_innen/Musiker_innen/Phänomene/Nice-to-knows etc. aus dem osTraum vorstellen werden.

Für den ersten Beitrag haben wir für euch 7 Sprech(ge)sänger ausgesucht, die mit ihrem Image und ihren Texten dem 50 Cent locker Konkurrenz machen würden… also wenn ihre Lyrics auf Englisch wären. Oder ist die Sprache doch kein Problem? Überzeugt euch selbst.

7. FIRMA (Polen)
Unsere Leser_innen erinnern sich an FIRMA. Wir erwähnten sie bereits in dem Beitrag über die (Sub-)Kultur der Dresiarze. Nun etwas ausführlicher zu den polnischen Street Rappern. Die Band besteht unter anderem aus dem studierten Religionswissenschaftler Bosski Roman und dem International Relations-Absolventen Tadek (sein Vater: Dichter und Solidarność-Funktionär Jan Polkowski) sowie dem MMA-Kämpfer Popek. Gegründet 2000 in Krakau, gehört FIRMA heute zu den erfolgreichtsen Rap-Formationen des Landes. Dabei bleiben sie ihrer Linie treu und behandeln Themen wie soziale Ungerechtigkeit, Kriminalität und… Patriotismus. In ihrer Videografie finden wir Videos, die bei ihren Auftritten in Gefängnissen aufgenommen wurden, oder in denen Bandmitglieder sich eben auch ganz stolz auf ihr Land präsentieren. Das Letzte seht bzw. hört ihr in einem Lied, das auf Deutsch „Unsere Waffe/Ehre und Heimat“ heißt (Die Wortkombination ist schon wirklich… wir lassen mal lieber die Kommentare. Bildet euch selbst eine Meinung dazu.):

6. G&G SINDIKATAS (Litauen)
G&G Sindikatas gehören zu den litauischen Rappern der ersten Stunde. Seit 1996 sind die Jungs in der Szene. Richtig populär wurden sie aber erst ab den 2000-er Jahren, mittlerweile haben sie mehr als 10 nationale Musikpreise auf ihrem Konto. Außerdem sind G&G SINDIKATAS bei litauischen Filmemachern gefragt, ihre Lieder hört man nicht selten als Soundtrack zu diversen hiesigen Filmen. Aber kein Grund zur Wichtigtuerei, die Vilniusser bleiben kritisch und prangern z.B. Korruption unter litauischen Politikern an:

5. ŘEZNÍK (Tschechische Republik)
Řezník (Rzheznik) heißt von Tschechisch übersetzt „Fleischer“ – ein richtiger Name für Řezník, denn sein Rap ist ebenfalls blutig wie Fleisch. Auch wenn der Vergleich zwischen dem Gangsta Rap des 50 Cent und dem Horrorcore des Tschechen etwas schwierig sein mag, bleibt Řezník trotzdem der wohl härteste Rapper des zentraleuropäischen Landes. In seinen Lyrics gibt es keine Zensur – mit dem Slang der Straße oder gar in Fäkalsprache behandelt er Themen wie Alkoholismus, soziale Ungerechtigkeit und Isolation, Drogen, Prostitution und einiges andere aus der kriminellen Welt oder aus dem kranken menschlichen Verstand. 2013 war er der erfolgreichste tschechische Solo-Musiker und sollte mit dem Český slavík ausgezeichnet werden, doch die Jury fand seine Texte zu hart und hat deshalb (wieder) den Schlagersänger Karel Gott ausgezeichnet. Mit einer Ansage an den Hauptsponsor des Preises – das Minerallwasser Mattoni – zögerte der Rapper nicht:

4. OLEXESH (Deutschland)
Ja, Olexesh ist kein osTraum-Rapper, doch er kommt aus dem osTraum und letztendlich geht es uns nicht um die Herkunft – es geht um das Attitude. Olexesh – ein Rapper, der sich in der deutschen Rap-Szene durchgekämpft hat und nun wissen Teenies in ganz Deutschland, was Bratan auf Russisch heißt (umgangssprachlich für Bruder). Mehr über ihn haben wir bereits in unserer Reihe über den Russen-Kitsch geschrieben. Deshalb genießt sein Video, das er mit seinen Bratans in Kiew gedreht hat:

3. GRIBY (Ukraine)
Wenn es um die Geschwindigkeit des Sprechgesangs ginge, müssten wir über den ehemaligen Feuerwehrinspektionsbeamten Vitalij Trojan schreiben. Wenn es um die harten Beats und theologisch angehauchten Lyrics ginge, gäbe es von uns etwas über die christlichen Rapper Gospel People. Doch wir berichten über harte Jungs von der Strasse, deshalb heißt Griby (dt.: Pilze) wilkommen. Griby kommen zwar eher aus dem Studio als von der Straße, doch die Erkennungsmerkmale der richtigen Patsany sind in großer Zahl vorhanden – kurze Haarschnitte, Adidas-Anzüge und die Hocke sprechen für sich. Gegründet wurde die Formation vom innovativen Produzenten und Musiker Jurij Bardach erst 2016, doch die Songs und die Videos überzeugen. Auch wenn die Musik einen fühlbaren Anteil an Hipsterklängen und House hat, stellt der Rap & Hip-Hop von Griby eine eher neue moderne  Bewegung unter den Harten des Raps dar:

2. SERJOZHA MESTNYJ (Russland)
Es gibt in Russland wirklich sehr viele Rap- & Hip-Hop-Musiker – Basta, Timati, Kasta und viele andere. Doch viele von ihnen, wie man’s sagt, sind kommerziell geworden und ihnen geht es nicht mehr um die Musik. Ein Gegenbeispiel ist Serjozha Mestnyj (dt.: Serjozha, der von hier). 1989 geboren, wuchs er in den instabillen 1990-ern in Toljatti und Samara auf und wurde von dieser Zeit geprägt. Mit 14 fing er mit dem Rappen an, doch sein Hobby blieb erst mal nur ein Hobby. Ansonsten Schule und dann der Armeedienst – nichts besonderes. Nach seinem Wehrdienst entschied sich der junge Mann aus der Provinz doch für eine Karriere im Musik-Bizz und das ist dabei rausgekommen:

1. MIMI MERCEDEZ (Serbien)
Unser Platz 1 geht an Mimi Mercedez. Eine noch sehr junge Serbin (geb. 1992) ist wohl härter als all die Jungs auf den Plätzen 2 bis 7. Sie wollte immer Schauspielerin und Sängerin werden, doch die Realität sah zunächst anders aus. Serbien nach den Balkankriegen der 1990-er Jahre war kein Hollywood. Zusammen mit ihrer Freundin Maya began sie als Stripperin zu arbeiten, denn sie wollten sich schnell von ihren Eltern unabhängig machen und sich ein besseres Leben leisten können. Mimi startete ihre Karriere auf einem eigenen YouTube-Kanal und ging später eine Kooperation mit Bombe Devedesetih (de.: Bomben der Neunziger) ein. Durch ihre zahlreichen Videos wurde sie bekannt. Mimi ist auch unter den Namen Guda iz Huda und Sestra drugarica bekannt. Momentan ist sie das Härteste, aber auch qualitativ das Ansprechendste, was die Balkanhalbinsel in Sachen Rap und Hip-Hop zu bieten hat:


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