Femizid in Pop-Musik, Pt. 2: DAKOOKA

Nach dem ersten Part der osTraum-Reihe über das globale gesellschaftliche Problem der gezielten Gewalt an und Ermordung von Frauen widmen wir uns der Ukraine.

DaKooka heißt eigentlich The Kooka und bürgerlich Katerina Eremeneko, 1993 in Tschernivtsi (West-Ukraine an Grenze zu Rumänien und Moldau) geboren. Kooka wurde sie als Kind von ihrer Familie genannt und so hat sich für sie der Name eingebürgert, auch als sie Profi-Musikerin wurde. 2011 hat sie ihre ersten selbstaufgenommenen Songs bei VKontakte hochgeladen und wurde dann in ihrer Heimatstadt bekannt. 2015/2016 wurde sie mit ihrem Album Radha auch in der ganzen Ukraine populär. 2017 erschien ihr Album Герой (de.: der Held). Im gleichnamigen Lied singt sie über verbale und psychische Gewalt, die nicht harmloser als physische Gewalt ist:

Ich wache auf,
Ich bin auf meinen Knien,
Überhaupt nicht ich selbst,
Ich friere
und ich beiße mir auf die Lippen,
Ich bin eine Geisel,
Ich bleibe,
Natürlich werde ich abends
bleiben,
Ich kühle ab
und ich werde müde gewiss

Als es weh tat und ich mir über war,
Hast du mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen

Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen
Sei mit irgendeiner anderen zusammen

Ich wache auf,
Ich bin auf meinen Knien,
Überhaupt nicht ich selbst,
Ich friere
und ich beiße mir auf die Lippen,
Ich bin eine Geisel,
Ich bleibe,
Natürlich werde ich abends
bleiben,
Ich kühle ab
und ich werde müde gewiss

Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort

Letztendlich:
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm,
Es tat weh und war schlimm.

Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen
Es tat weh und war schlimm,
Du hast mich nicht gerettet, du Held
Deine Waffe ist das Wort
Du wirst nicht kämpfen

Die düstere Stimmung des Liedes und die Architektur des Sowjetischen Modernismus in Odessa ergeben zusammen ein Bild, das die Gefühle der Sängerin in einen ganz konkreten Kontext setzten – kaltes Wasser, verfallene Erholungsorte, an denen die Erholung immer unmöglicher wird, ein vergessener Traum von einem glücklichen Leben mit einem Menschen, der nur noch Enttäuschungen und Gewalt bereitet. Können diese Interpretationen auch auf den Zerfall der Sowjetunion angewandt werden? – Das ist nicht das Thema. Doch eins ist klar – mit ihrer Musik irgendwo zwischen Trip Hop, Pop und Indie Rock, der Atmosphäre des Videos und dem eindeutigen Album-Cover macht DaKooka auf ein Problem aufmerksam – systematische Gewalt gegen Frauen, die oft nicht Ernst genommen wird. „Worte verletzen ja nicht“… vielleicht muss DaKooka ja deshalb stellvertretend für viele Frauen immer und immer wieder die gleichen Zeilen wiederholen… um doch gehört zu werden.


Titelfoto: Instagram von DaKooka


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