Die 7-osTraum-Digital-Exporte

Welche Apps und Programme nutzt ihr im Alltag? Stammt etwas davon womöglich aus dem osTraum? Tatsächlich ist osTraum in Sachen Software-Entwicklung sehr gut aufgestellt. Die Anwendungen, die uns jeden Tag helfen, beeinflussen auch direkt unsere Kultur. Wie? Die Frage beantwortet euch osTraum in der folgenden TOP-7 der osTraum Digital-Exporte.

7. Abbyy Finereader (Russland)
Finereader wird nicht jede*r kennen, doch für manche Bereiche ist das Programm ein Segen. Finereader wandelt gedruckte Texte in Textdateien um. Um also gedruckte Texte automatisch durchzusuchen, müssen sie nicht mehr abgetippt werden. Schnell eingescannt und schon kann es losgehen. Klar ist, dass davon vor allem Jurist*innen, Journalist*innen und Wissenschaftler*innen profitieren und zwar in 192 Sprachen. In 48 davon kann sogar die Rechtschreibung gecheckt werden. Für Russisch gibt es außerdem die Erkennung der alten gedruckten Schrift, die vor der Roten Revolution Standard war. Welche kulturell wichtige Studien damit schon gemacht wurden und noch werden, kann nicht absolut gesagt werden, denn das Programm ist ja ein Hilfsmittel, das für Publikationen nicht nennenswert ist. Wollt ihr es doch wissen? Auf die Plätze. Fertig. Google! 😉
FineReader

6. Avast (Tschechische Republik)
Die Firma selbst hat nicht direkt etwas mit Kultur zu tun, mit kultur-politischen Geschehnissen wiederum schon. Die zukünftigen Gründer des Antivirusherstellers – Pavel Baudiš und Eduard Kučera – waren in der sozialistischen Tschechoslowakischen Republik keine überzeugten Kommunisten und wollten nicht der Partei beitreten. Deshalb durften sie nicht das studieren, was sie wollten – Physik nämlich. Stattdessen studierten sie Mathe und Computerwissenschaften. Nach der Samtenen Revolution gründeten sie Alwil Antivirus, das später zu Avast umbenannt wurde. Heute ist Avast mit über 200 Mio. Usern einer der größten Antivirus-Anbieter. 2018 verlegte die Firma ihren Hauptsitz von Prag nach London.
Avast

5. Prezi (Ungarn)
Statistisch gesehen hat jeder Mensch auf der Welt mindestens ein Mal in seinem Leben eine Powerpoint-Präsentation gesehen oder erstellt. Wenn die Anwender*innen nicht sehr erfahren sind, kann aus einem spannenden Thema ein Trauerspiel werden – schwarz-weiße Folien mit viel Text. Seit 2009 gibt es aber eine bessere Lösung für Präsentationen – Prezi. Es überzeugt mit wirklich interaktiven Designs, Übergängen und einem ganz neuen Aufbauprinzip von Präsentationen. Gleich zwei Monate nach der Firmengründung investierte der Ausrichter von innovativen Konferenzen TED Conference in das Unternehmen. Die Investition war eine Sensation, denn TED hat zuvor in keine Unternehmen investiert. Mit Prezi änderte sich das. Heute zählt Prezi über 75 Mio. Anwender*innen. Der einzige Nachteil ist, dass die Präsentationen nur online funktionieren.

4. Telegram (Russland/USA)
vk.com ist das größte soziale Netzwerk in Russland. Sein Gründer – Pawel Durow. Nachdem Durow von russischen Geheimdiensten erpresst und zur Zusammenarbeit bewegt wurde, verließ er seine Heimat. Er hat öffentlich über die Erpressung berichtet, wechselte die Domain seiner Seite von .ru auf .com, damit sie sich nicht mehr im russischen Rechtssystem befinde und trat als CEO zurück. Sofort nach dem Rücktritt gründete er den Telegram-Messenger, der WhatsApp verblüffend ähnlich sieht. Der Vorteil seines Messengers – es ist besser verschlüsselt und wurde bis jetzt offiziell nicht geknackt. Für Staatsbeamte in Russland ist die Benutzung des Messengers verboten. Trotzdem gibt es sogar Abgeordnete der Duma, die auf den Dienst nicht verzichten. Außerdem dient die App vielen oppositionellen Medien in Russland als ein sicheres Mitteilungsblatt, das Leser*innen abonnieren können.

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Putin-Prank des ausgewanderten vk.com- und Telegram-Gründers

3. Kaspersky (Russland)
Das gut bekannte Kaspersky Lab, das digitale Sicherheit bietet, wurde 1997 in Moskau gegründet. Dessen Ruf ist sowohl positiv, wenn es um die unmittelbare Virus-Abwehr geht, als auch negativ, wenn wir uns die neuesten Skandale in den Nachrichten anschauen. Mehrmals wurde dem Unternehmen vorgeworfen, es arbeite mit russischen Geheimdiensten zusammen. Was an der Geschichte tatsächlich dran ist, bleibt nicht ganz klar. Jedenfalls ist da eine Leiche im Keller von Kaspersky. Was für eine und wie alt die ist, ist vorerst eine offene Frage. In dieser Affäre sollen abgesehen von russischen, auch amerikanische und israelische Geheimdienste verwickelt sein. Nichtsdestotrotz bleibt Kaspersky nebst Avast einer der größten Antivirus-Anbieter der Welt.
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2. LiveChat (Polen)
„LiveChat? – Kommt mir irgendwie bekannt vor.“ Ein Business-to-Business-Service, den die meisten von uns als Kunden eines beliebigen Unternehmens sehr gern nutzen würden. Es geht bei LiveChat hauptsächlich um Kundenservice, der in Form eines Chats angeboten wird. Kund*innen und Interessierte erreichen ihre Berater*innen auf diesem Weg unter anderem bei Bosch, Kaspersky und UNICEF. Heute Zahlen rund 21 000 Nutzer*innen und Firmen in über 110 Ländern für diese Anwendung. Gegründet wurde das Unternehmen 2007 in Wrocław.
LiveChat

1. Skype (Estland)
Zu Skype muss nichts gesagt werden. Wir machen es trotzdem, denn Skype hat mehr mit osTraum zu tun als man im ersten Moment denken könnte. Die Videofunktion während eines Telefonats gab es schon 1969 im Sci-Fi-Roman der Brüder Arkadi und Boris Strugazki „Обитаемый остров“ (de.: Die bewohnte Insel). Mehr als 30 Jahre nach dem Roman entwickeln zwei Schweden und drei Esten Skype. Die baltischen Programmierer – Ahti Heinla, Priit Kasesalu und Jaan Tallinn – schauten von Anfang an über den Tellerrand. Noch vor dem Studium bauten Priit Kasesalu und Jaan Tallinn Mitte der 1980-er Jahre die ersten Computer für estnische Schulen.

Vor wenigen Wochen gaben die bekanntesten Tech-Innovatoren der Welt ein öffentliches Versprechen, nie „tödliche autonome Waffen“ zu produzieren. Gegen einen möglichen Bau von Killerrobotern haben sich unter anderem Elon Musk (Tesla, Space-X), die Google-Tochter Deepmind  und… Jaan Tallinn ausgesprochen sowie über 150 weitere Unternehmen und etwa 2.400 Experten. Ahti Heinla ist neben seiner eigentlichen Arbeit als Umweltaktivist tätig. 2008 organisierte er ein Flash-Mob, bei dem rund 50.000 Menschen in ganz Estland einen Tag lang auf dem Land aufräumten und die Landschaften von Müll befreiten. Im gleichen Jahr wurde er vom estnischen Staat als Ehrenamtler des Jahres ausgezeichnet. Außerdem gründete er den Estonian Fund for Nature mit.
Über die allgemeine Bedeutung von Skype für die Kultur muss wohl auch nicht viel gesagt werden. Zwar ist es noch kein Massenphänomen, doch einige von uns haben sicherlich schon mal eine Live-Schaltung von eine*r Regisseur*in, Künstler*in oder eine*r Referent*in erlebt. Welches Programm wure dafür benutzt? Richtig! – Skype.
Skype


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Bildquelle aus der Titelgrafik © informationssecuritybuzz

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