#DrinkforPeace. Der Founder von Vodka Zelensky im Interview

Helfen, dabei Spaß haben und den Namen des ukrainischen Präsidenten auf äußerst kreative Art und Weise promoten? osTraum hat ein Interview mit dem Schweizer Unternehmer und Gründer des Labels Vodka Zelensky Tobias Reichmuth geführt. Welche Reaktionen hat die neue Vodka-Marke hervorgerufen und wie war es überhaupt möglich, sie so schnell auf den Markt zu bringen? Das und vieles mehr rund um den nach Zelensky benannten Vodka aus der Schweiz könnt ihr jetzt bei osTraum nachlesen. Viel Freude und Prost!

osTraum: Gestern sind wir auf Facebook auf Vodka Zelensky gestoßen und waren sofort sehr angetan. Toll, dass so schnell solche Initiativen entstehen! #drinkforpeace – ungewöhnlich und genial! Wie kam es zu dieser Idee?

Tobias: Das kam über meine Bekannte Anastasiia zustande, die aus der Ukraine fliehen musste. Wir kennen uns schon seit sechs Jahren. Sie war einige Tage vor Kriegsbeginn noch in Kyiv und ich meinte zu ihr: Hey, pack deine Koffer. Sie ist erst losgefahren, nachdem eine Rakete in ihrem Nachbarhaus eingeschlagen ist. Sie war sechs Tage lang unterwegs in die Schweiz und als sie bei mir angekommen ist, hatte ich gerade ein Team-Dinner mit einer anderen Firma, Maximon. Anastasiia kam an, völlig durch den Wind, fix und fertig und wollte zunächst mal einen Vodka. Ja klar, meinte ich, aber dann war das russischer Vodka. Sie und meine Assistentin Kira meinten: Russischer Vodka, das geht jetzt wirklich gar nicht! Und damit war ich komplett einverstanden. Es gibt einen ukrainischen Vodka, Nemiroff, aber das ist keine prominente Marke. Also dachten wir uns, machen wir eben selbst eine mit Impact! Zuerst wollten wir einfach alle Gewinne spenden. Das Problem dabei ist, dass man da bis zum Jahresabschluss warten müsste. Ein bisschen zu lang in der aktuellen Situation. Dann haben wir uns überlegt, wie wir das ergänzen können mit etwas, was sofort wirkt. So kamen wir auf einen höheren Flaschenpreis und spenden 10 Franken sofort.

osTraum: Das ist wirklich sehr sympathisch an eurem Projekt, diese Kombination aus sofortiger Hilfe mit den 10 Franken und eurer Verpflichtung, bis 2026 alle Gewinne zu spenden.

Tobias: Die ersten 12.000 Franken (rund 11.600 €) haben wir am Montag schon überwiesen, das geht schon schnell.

osTraum: Deine langjährige Erfahrung als Unternehmer hat euch sicher dabei geholfen?

Tobias: Das hat sicher enorm geholfen, das ist meine zehnte oder elfte Firma, die ich gründe. Dann geht das viel schneller. Ich bin dennoch super beeindruckt, was mein Team geleistet hat. Wir hatten acht Tage von der Idee bis zum Markteintritt mit allem drum und dran – mit einer Firma, einer Marketing-Kampagne, einen Brand, einem Produkt, einer Online-Präsenz, Verkaufs-Kanälen… Das alles wirklich in nur acht Tagen! Ansonsten konzentriere ich mich mit meinem Unternehmen Maximon eigentlich auf Longevity-Projekte. Ja, Vodka ist ganz sicher nicht lebensverlängernd, keine Frage. Das ist uns auch wichtig: Wir möchten mit unserem Projekt keinen neuen Vodka-Trinker kreieren, sondern wollen die Menschen vom russischen Vodka zu Vodka Zelensky umlenken. Unser Vodka soll schon ein Genussmittel und kein Saufmittel sein.

osTraum: Das ist wirklich erstaunlich, wie schnell das ging. Auf eurer Seite sieht man, dass ihr ein ziemlich großes Team seid. Wie konntet ihr euch so schnell organisieren und wie kann man sich das vorstellen? Ist das ein Full-Time-Job oder läuft das bei euch so nebenbei?

Tobias: Fünf Leute sind full-time dabei, weitere drei part-time und der Rest macht das als Advisors. Die Solidarität mit der Ukraine ist einfach riesengroß. Ich habe einen Linked-In-Post gemacht, dass ich eine tolle Idee habe. Nach dem Motto: Wer kann alles stehen und liegen lassen und morgen anfangen? Georgia und Matthias waren die ersten, die nachgefragt hatten und gleich dabei waren. Das war am Donnerstag – und am Freitag morgens um 9 Uhr hatten wir das erste Team-Meeting.

osTraum: Sind noch andere Menschen aus der Ukraine bei euch im Team außer Anastasiia?

Tobias: Auch Andrei ist ein Ukrainer, der aber schon länger in der Schweiz wohnt.

osTraum: Welche Reaktionen gab es schon auf Vodka Zelensky?

Tobias: 95% der Reaktionen sind positiv, die Leute finden die Idee toll. Wir haben auch schon relativ viel verkaufen können. In den ersten 48 Stunden 1012 Flaschen. Viele Leute, die Vodka gekauft haben, haben dann auch noch zusätzlich gespendet. Das haben wir alles gleich weitergeleitet. Also, ein super Start. Es gibt natürlich Hater, die meinen: Da baut einer eine Vodka-Firma, ein Kriegsgewinnler! Die gehen nicht einmal auf unsere Seite und lesen sich durch, worum es eigentlich geht. Von Beginn an müssen wir deshalb sehr transparent sein. Wir legen jeden Zahlungsbeleg von jeder Spende offen, damit wirklich nicht die Idee aufkommen kann, dass da irgendwas nicht sauber läuft.

osTraum: Wie geht es weiter? Was sind eure Zukunftspläne?

Tobias: Morgen, am Donnerstag, starten wir mit dem Markteintritt in Deutschland. Das ging also auch sehr schnell. Perspektivisch wollen wir natürlich in die ganze Welt – also UK, USA, Österreich sind die nächsten Themen. Auf der anderen Seite müssen wir die Organisation auf breitere Füße stellen, gerade sind wir noch ein zusammengewürfeltes Start-Up-Team. Jetzt bauen wir also parallel eine richtige Struktur auf. Mein erklärtes Ziel ist, so viel „Shelf Space“ zu gewinnen, dass wir eine Mio. Flaschen Vodka verkaufen. Das würde bedeuten, dass wir 10 Mio. Spendengelder sammeln können.

Founder Tobias Reichmuth und Co-Founderin Anastasiia Rosinina probieren gemeinsam die erste Produktion von Vodka Zelensky.

Webseite von Vodka Zelensky


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Titelgrafik © Vodka Zelensky

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