7 Möglichkeiten für die Unterstützung der Ukraine

Am 24.2.2022 – ein Tag nach dem (post)-sowjetisch-russischen Feiertag „Der Tag des Beschützers des Vaterlandes“ – haben die Truppen Russlands Ukraine überfallen. Wobei der „Überfall“ in diesem Kontext ein etwas unpassender Begriff ist, weil Machtorgane Russlands bereits seit 2014 Teile ihres westlichen Nachbars besetzen bzw. zu russischen Gebieten erklärt haben – so die multiethnische Halbinsel Krim im Schwarzen Meer. Die selbsternannten und nun von Putin und dem russischen Parlament (Duma) akzeptierten Volksrepubliken Lugansk und Donezk bilden dabei seit mehreren Jahren separatistische Gebilde, die finanziell und militärisch von der Regierung aus Moskau unterstützt werden. Diese Unterstützung ging Medienberichten nach auch in den personellen Bereich, denn russische Staatsbürger:innen haben vor der Kriegserklärung Russlands bereits seit Jahren gegen Ukrainer:innen in den zwei Gebieten gekämpft und zwar oft als paramilitärische Einheiten, die international nicht als offizielle Streitkräfte anerkannt sind.

Was hat es nun mit osTraum und den Kulturen aus dem osTraum zu tun? Sehr viel! Es wurden bereits gezielt mehrere kulturelle und Bildungseinrichtungen in der Ukraine zerstört. Doch auch das ist nicht unser Hauptanliegen. Der Krieg Putins wurde lange ideologisch, kulturell und gesellschaftlich vorbereitet. In vergangenen 1-2 Jahren wurde aus Putin – einem Autokraten, der sich zumindest dem Anschein nach auch um wirtschaftlich-soziale Fragen in Russland gekümmert hat – ein Diktator, der sich nicht mehr als Präsident oder Machthaber sieht, sondern bereits als eine historische Persönlichkeit, die die Macht hat, den Lauf der Geschichte global zu verändern und zu diktieren. Es begann mit Putins pseudowissenschaftlichen Artikeln (ein Präsident hat ja nichts besseres zu tun) über die Einigkeit der Ukrainer:innen und Russ:innen – sie seien ein Volk mit einer gemeinsamen Geschichte und die „kleinen“ sprachlichen und kulturellen Unterschiede seien nicht entscheidend. Bezüglich Belarus ist die Einstellung Putins übrigens noch radikaler, denn zwischen ihm und dem 1. Präsidenten von Belarus Lukaschenko besteht seit Jahren eine offizielle Vereinbarung über die Integration von Belarus in die Russische Föderation. Die Belarus:innen und Russ:innen wurden da natürlich nicht großartig gefragt. Die zwei post-sowjetischen Patriarchen wüssten es besser.

Unsere Leser:innen kommen hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und uns haben viele Fragen erreicht, wie den Ukrainer:innen gerade geholfen werden kann. Eine komplette Liste von Hilfsorganisationen und -initiativen können wir hier nicht darstellen – wir sind immer noch eine ehrenamtliche Redaktion – und außerdem existieren bereits diverse Listen (Liste 1, Liste 2, Liste 3), deren Betreiber:innen eine hochachtungsvolle Arbeit leisten. In diesem Beitrag möchten wir mit euch die Initiativen und Organisationen teilen, bei denen wir uns entschieden haben, sie aktiv – finanziell und mit Sachspenden – zu unterstützen. Es gibt aber natürlich viel mehr. Nichtsdestotrotz, hier ist unser kleiner Einblick, wie ihr sofort helfen könnt:

Save The Children Deutschland e.V. (Berlin & Europa)

Kriege bringen immer und für alle ohne Ausnahmen Leid und Sterben mit sich. Wir möchten keine Debatte aufmachen, wer am meisten leidet oder nicht. Das ist auch überhaupt nicht wichtig. Unumstritten ist aber, und hier sollte kein Mensch widersprechen können, dass Kinder und Jugendliche diejenigen sind, die am meisten Schutz, Fürsorge und Unterstützung in dieser Zeit brauchen.

Spendenaufruf des Save The Children Deutschland e.V.

#UnterkunftUkraine (Berlin & Deutschland)

Die Plattform #UnterkunftUkraine bietet Vernetzung für Menschen, die kostenlos einen Schlafplatz für Menschen anbieten können, und Menschen, die von der Invasion Russlands auf der Flucht sind. Die Plattform ist in vier Sprachen abrufbar – Englisch, Deutsch, Ukrainisch und Russisch, was ein klarer Vorteil der Webseite ist. An die Notwendigkeit Informationen auf Ukrainisch (und evtl. Russisch) anzubieten haben bis jetzt nicht alle gedacht – #UnterkunftUkraine schon! Habt ihr also ein freies Bett? Kennt ihr jemanden mit einem oder mehreren freien Schlafplätzen? Kennt ihr aus der Ukraine fliehende Menschen, die einen Schlafplatz brauchen? Dann seid ihr hier richtig:

Zur Plattform #UnterkunftUkraine

Ukraine-Hilfe Berlin e.V. (Berlin und Umgebung)

Die Aktivist:innen des Vereins persönlich treffen und/oder selbst Aktivist:in werden? Menschen, die in Berlin und Umgebung wohnen, können sich an den Verein Ukraine-Hilfe Berlin e.V. wenden. Der Verein hat auch eine GoogleDoc-Datei, in der die aktuellen Infos und aktuell benötigten Sachspenden aufgelistet werden. Die meisten Sachspenden können in Wilmersdorf (Schlangenbader Str. 25 / Ecke Wiesbadener Str., 14197 Berlin-Wilmersdorf) zwischen 10 und 17 Uhr abgegeben werden. Geldspenden direkt auf das Vereinskonto sind auch willkommen. Finanzielle Mittel werden z.B. dafür verwendet, Transporte von Medikamenten und Lebensmitteln zu realisieren.

Webseite des Ukraine-Hilfe Berlin e.V.

Pomoc dla Ukrainy – Hilfe für die Ukraine (Polen)

Eins der Länder, das die meisten Menschen auf der Flucht aus der Ukraine aufnimmt, ist gerade Polen. Die Spenden gehen vor allem für die ersten Stunden und Tage – warmer Tee, eine warme Suppe, eine warme Decke, Windeln und Babynahrung. An vielen Grenzübergängen müssen Menschen bis zu 40 Stunden verbringen, bis sie durchgelassen werden. Direkte Hilfe nach Polen geht unter anderem über Pomoc dla Ukrainy von Polska Akcja Humanitarna (Humanitäre Aktion Polen):

Spendenseite Pomoc dla Ukrainy

Fundacja Wielka Orkiestra Świątecznej Pomocy – The Great Orchestra of Christmas Charity (Polen)

Eine weitere polnische Stiftung, die es zu unterstützen lohnt. Seit fast drei Jahrzehnten sammelt die Stiftung bei Charity-Konzerten und auf ihrem Konto Mittel für Krankenhäuser in Polen, die systematisch unterfinanziert sind. In Situationen, wie z.B. dem Krieg in der Ukraine, geht die Stiftung proaktiv vor und spendet nun auch an medizinische Einrichtungen in der Ukraine, verweist aber auch auf weitere Stiftungen in Polen, die mehr und nicht nur im medizinischen Sektor helfen.

Spendenkonto der Fundacja Wielka Orkiestra Świątecznej Pomocy

Caritas (Deutschland, Polen, Ukraine und Europa)

Wer einer deutschlandweit oder weltweit bekannten Organisation spenden möchte, kann das z.B. bei Caritas tun. In der Ukraine unterstützt der 1897 gegründete katholische Wohlfahrtsverband vor allem mit Lebensmitteln, Feldküchen und Rationspaketen Menschen in Not, wobei der besondere Fokus auf Mütter und Kinder gelegt wird. An mehreren Standorten setzt Caritas seine Arbeit in Ukraine auch im Krieg fort und versorgt obdachlose Kinder und Jugendliche.

Infos und Spendenseite des Caritas

Lokale Initiativen (Deutschland)

Stiftungen und Organisationen sind nicht selten sehr bürokratisch und unpersönlich, weshalb die Spendenden sich fragen könnten, ob das Geld ankommt, bei wem es ankommt oder ob die Sachspenden tatsächlich ankommen. In vielen Städten und Gemeinden gibt es aber mittlerweile lokale Initiativen, die oft von SOS Kinderdörfern, Jugendzentren, kleinen Vereinen, Städtepartnerschaften und auch von Privatpersonen ausgehen. So gibt es in Berlin mittlerweile mehrere Telegram-Kanäle, wo sich ehrenamtliche Sprachkundige des Ukrainischen und Russischen, aber auch Menschen ohne dieser Sprachkenntnisse, zusammenfinden und Menschen aus der Ukraine am Hauptbahnhof und am Zentralen Omnibusbahnhof empfangen, ihnen warme Getränke und Hygieneartikel verteilen, ihnen bei den ersten und weiteren Schritten helfen. Nach dem Umzug des osTraum-Gründungsduos konnte auch im baden-württembergischen Offenburg die Jugendhilfe Pegasus gefunden werden, die Kinder aus der Ukraine aufgenommen hat und Lebensmittel und andere Sachspenden entgegennimmt, aber auch Medikamententransporte in die Ukraine organisiert. Also recherchiert, fragt Leute in eurer Umgebung auf sozialen Netzwerken, ruft letztendlich auch das örtliche Deutsche Rote Kreuz oder die Stadtverwaltung an. Es gibt immer Wege zu helfen.


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Titelgrafik © osTraum

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