Bauhaus & osTraum

100 Jahre Bauhaus. Die bedeutende deutsche Kunst- und Gestaltungsschule feierte das ganze Jahr 2019 ihr Jubiläum. Innerhalb von 14 Jahren, zwischen 1919 und 1933, entstanden in den Werkstätten der Moderne bahnbrechende Ideen, die bis heute Kunst, Design und Architektur prägen. Unter den Bauhaus Meister*innen und Studierenden waren einige osTräumer*innen, die ihr kennen solltet.

Wassily Kandinsky

Wassily Kandinsky. Public Domain via commons.wikipedia.org

Der bekannte russische Maler und Kunsttheoretiker Wassily Kandinsky wurde von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus in Weimar 1922 berufen. Dort leitete er die Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete Kurse „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“. Während seiner Bauhaus-Zeit gründete Kandinsky zusammen mit Alexej von Jawlensky, Paul Klee und Lyonel Feininger die Gruppe „Die Blaue Vier“.

In der Meistersiedlung in Dessau sind bis heute die Häuser von Kandinsky und Klee berühmt, die im Inneren durch ihre farbliche Gestaltung nach den Entwürfen der beiden Künstler hervorstechen.

László Moholy-Nagy

Selbstporträt, 1918. Public Domain via de.wikipedia.org

Der Ungar László Moholy-Nagy lernte Walter Gropius durch den Kunst- und Architekturkritiker Adolf Behne kennen. So kam es dazu, dass er 1923 als Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen wurde, wo er die Metallwerkstatt leitete. Zusammen mit Walter Gropius gab er die Reihe der Bauhausbücher heraus. Jedoch nach fünf Jahren Lehre am Bauhaus verließ er die Schule, um ein eigenes Atelier für Typografie und Ausstellungsgestaltung, Fotomontagen und -collagen in Berlin zu gründen.

Irena Blühová

Foto: Hilde Hubbuch, 1932, Reproduktion via bauhaus100.de

Irena Blühová beschäftigte sich mit Sozialfotografie, als eine der wenigen Studierenden am Bauhaus. Die slowakische Fotografin zeigte in ihren Aufnahmen die Dorfszenerien oder den Arbeitsalltag, so entstanden ihre Foto-Zyklen wie „Saisonarbeiter“, „Fischer“, „Korbflechter“. Blühová fing ihr Studium am Bauhaus 1931 an, jedoch blieb dort nur bis 1932. Ihre Schwerpunkte waren Typografie und Fotografie, aber vor allem ihre fotografischen Studienarbeiten sind im Bauhaus-Archiv aufbewahrt.

Isaak Butkow

Isaak Butkow war ein Bauhaus Studierender mit einem Lebenslauf, der an einen Film erinnert. Butkow kam 1928 nach Dessau aus seiner Heimatstadt Vilnius. Nach der Lehre in der Tischlerei-Werkstatt setzte er seine Ausbildung in der Bau- und Ausbauwerkstatt fort. Aufgrund seiner kommunistischen Überzeugung ging er 1932 als Politemigrant in die Sowjetunion. Fünf Jahre später wurde er der Spionage für Deutschland bezichtigt und durch Erschießung hingerichtet.

Judit Kárász

Foto: Judit Kárász (?), 1931, Neuabzug 1986, via bauhaus100.de

Judit Kárász beschäftigte sich wie Irena Blühová ebenso mit Sozialfotografie. Die Ungarin studierte zunächst Fotografie in Paris und wechselte danach zum Bauhaus. Hier experimentierte sie mit unterschiedlichen Fototechniken wie zum Beispiel die Doppelbelichtung eines Portraits vor dem Bauhausgebäude. Ähnlich wie einige andere Bauhaus-Studierende wurde sie des Bauhauses aufgrund ihrer kommunistischen Tätigkeit verwiesen. Danach folgten Berlin – ihre Heimatstadt Szeged – Köln – Kopenhagen – Budapest.

Selman Selmanagić

Foto: Selman Selmanagić Archiv via berlin.de

Selman Selmanagić geriet ins Bauhaus durch einen Zufall. 1929 kam er nach Dessau, wo er dann drei Jahre später den Abschluss machte. Später arbeitete er als Zeichner im Baubüro von Walter Gropius. Während der Nazi-Zeit ist es für Selmanagić als bosnischen Moslem allerdings schwer geworden, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Bis zum Kriegsende entwarf er überwiegend nur Kinoarchitektur. In der DDR wurde er zum Professor für Architektur an der Kunsthochschule Weißensee berufen, wo Selmanagić bis zu seiner Pensionierung lehrte.

Ivana Tomljenović

Foto via alchetron.com

Ivana Tomljenović stammte aus Zagreb und beschäftigte sich am Bauhaus wie Irena Blühová und Judit Kárász mit der Fotografie. Allerdings waren ihre Schwerpunkte die Gestaltung von Plakaten und Fotobearbeitung und nicht die Sozialfotografie. Ivana Tomljenović war ebenfalls Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands und verließ Bauhaus 1930 mit vielen anderen Studierenden. Später war sie Bühnenbildnerin und Plakatgestalterin in Berlin, studierte in Paris, wohnte und arbeitete in Prag, Belgrad und Zagreb.

Quellen:

www.bauhaus100.de


Titelbild: © Maria Gerasimova / osTraum


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