Fundstück des Monats: Juliska

Wie das Titelfoto schon ahnen lässt, geht es um ein Gericht. Doch was ist das für ein Gericht? Warum berichten wir darüber? Warum ist es ein Fundstück? Diesen und anderen Fragen gehen wir hier nach.

Juliska – der Name an sich klingt ziemlich slawisch, um genauer zu sein – wahrscheinlich südslawisch. Gelesen wird es Ungarisch „JuliSCHka“. Im Restaurant „Budapest“ in Halle an der Saale wird es als ein ungarisches Gericht angeboten. Zwei Versionen gibt es davon – mit und ohne Fleisch. Die vegetarische Variation ist eine Kartoffel-Pilz-Gemüse-Pfanne auf einem Holzbrett und mit einem Bohnensalat als Beilage serviert. Die ungarische Fahne darf natürlich nicht fehlen. Die fleischige Variation ist genau gleich, bloß mit Fleisch. Für Vegetarier ist das Gericht auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Für Veganer wahrscheinlich auch. Tiere oder tierische Produkte konnten im Essen nicht festgestellt werden.

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Für die Nomination „Fundstück des Monats“ bei osTraum gab es zwei Gründe:

  1. Was ist das Erste, woran ihr bei ungarischer Küche denkt? Richtig! Gulasch. Der Fleisch-Klassiker schlechthin mit hunderten von Rezepten und einer nicht geringeren Zahl von Ansprüchen auf die einzig wahre Zubereitungsart. Und die Juliska ist vegetarisch bzw. vegan, was mit ungarischer Küche nicht sofort assoziiert wird. Dazu schmeckt das Gericht auch noch super und stillt jeden Hunger. OK, zugegeben, es gibt da noch Langos (eine Art Pizza Margherita, bloß der Teig ist frittiert) und Letscho (Paprika-Tomaten-Pfanne mit viel Tomatensoße). Doch das Erste ist eher ein Snack und nicht vegan. Das Zweite ist eher eine Beilage und kein Gericht an sich. Bei einer großen Menge wird natürlich jede Beilage zu einer Mahlzeit. Wir bleiben aber beim klassischen Hauptgang.
  2. Julis(ch)ka klingt doch wirklich sehr slawisch. Nun tatsächlich. Beim Googeln nach diesem Gericht stellen die Interessierten fest. Das ist doch Alkohol und ich wollte was essen! Julischka ist ein bekanntes und beliebtes hochprozentiges Getränk in Kroatien. Dabei vereint es in sich den in Mittel- und Südosteuropa beliebten Pflaumenschnaps Sliwowitz und den Birnenlikör Kruškovac. Weitergegoogelt bekommt ihr eine ungarische Salami-Spezialität namens Juliska angeboten. Dann gibt es noch unter dem Namen ein ungarisches Restaurant im allgäuischen Wangen, das unweit vom Bodensee liegt. Es ist also doch irgendwie ungarisch, aber gleichzeitig auch irgendwie ein bisschen südslawisch.

Wo das Gericht nun herkommt, spielt eigentlich keine so große Rolle. Hauptsache – es schmeckt. Warum aber der kroatisch-ungarische Transfer? Diese Frage bleibt trotzdem offen. Vielleicht liegt die Antwort auf einer historischen Karte, als die beiden Länder zum politischen Gebilde Österreich-Ungarn gehörten?

Habt ihr eine Antwort darauf oder ähnliche gastronomische Erfahrungen, dann kommentiert unter dem Beitrag oder auf Facebook.


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Bildquelle: Eigene Aufnahmen © osTraum

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