Ein DREIER mit einem Georgier

In der Reihe „Ein DREIER mit…“ stellt euch osTraum Restaurants, Cafés, Imbisse, Lokale und all die anderen Institutionen des guten Geschmacks vor. Dabei geht es tatsächlich um den Geschmack von Speisen und Getränken sowie das komplette Erlebnis, dass euch die eine oder die andere osTraum-Küche zu bieten hat. Da wir selbst in Berlin leben und schreiben, werden sich unsere Dreier hauptsächlich auf Berlin beziehen. Andere Städte, Bundes- und Nachbarländer werden aber nicht komplett ausgeschlossen. Wir nehmen von euch gern Tipps in Empfang, denn man kann ja einen Dreier mit… auch anderswo haben. Berlin muss nicht immer sein.

Für unseren ersten Dreier haben wir für euch drei georgische Orte in Berlin besucht, die Gutes versprechen. Einen Überblick in alphabetischer Reihenfolge findet ihr hier:

Genazvale

Noch vor einigen Jahren bot Genazvale georgische Spezialitäten in direkter Nähe zum S-Bhf-Charlottenburg an. Die damaligen Räumlichkeiten zeichneten sich durch Gemütlichkeit, aber auch durch Beliebtheit bei Sternen des georgischen und nicht nur georgischen Himmels aus. Fotos von georgischen Künstler*innen und Geistlichen, die in Genazvale speisten, zierten die Wände des Restaurants. Heute befindet sich das Restaurant in der Nähe des Fehrbelliner Platzes und ist um das vielfache gewachsen. Es ist so beliebt, dass selbst eine Reservierung nicht immer eine Garantie auf einen Tisch gibt. Doch in dem manchmal etwas chaotischen Betrieb schaffen die freundlichen und hilfsbereiten georgischen Kellnerinnen die nötige Ordnung, damit alles funktioniert. Nun wird georgische Küche auf zwei Etagen serviert.

Die Speisekarte überzeugt – viele Gerichte für den kleinen und für den großen Hunger, einige leckere Desserts sowie authentische alkoholische und nicht alkoholische Getränke. Sowohl Fleischesser als auch Vegetarier kommen bei Genazvale auf ihre Kosten. Für Veganer dürfte es mit zwei-drei Gerichten etwas schwieriger werden. Bei den Getränken gibt es abgesehen von einer großen Auswahl an georgischen Weinen, auch diverse Sorten von georgischer Limonade. Zum Nachtisch ist der starke georgische Kaffee zu empfehlen. Einen Tisch solltet ihr mindestens eine Woche vorher reservieren. Die Preise für Hauptgerichte fangen bei 10 Euro an.

Genazvale
Rammstein-Frontman Till Lindemann und Schauspielerin Sophia Thomalla bei Genazvale. Foto © Genazvale.

Madloba

Das Restaurant gibt es gleich zwei Mal in Berlin – in Schöneberg und Steglitz. Wir haben für euch die Schöneberger Filiale besucht. Roter Teppich, goldene Vorhänge und sogar ein Türsteher, der – keine Angst – aber kein Check à la Berghain macht. Seine Funktion wurde uns eigentlich nicht ganz klar, was aber wahrscheinlich damit zu tun hat, dass wir schon um kurz nach 21 Uhr mit dem Essen fertig waren und die Party um die Zeit erst richtig losging. Party? Ja! An Wochenenden gibt es in dem Restaurant live Musik, die jedoch nicht als „Hintergrundgeräusch“ für ein schönes Abendessen gedacht ist, sondern zum Tanzen. Ja, es werden Klassiker der russischen, französischen, italienischen und amerikanischen Popmusik der 1970-er bis 1990-er Jahre gespielt. Das Publikum, das hauptsächlich aus Russischsprachigen besteht, schwingt dabei gern das Bein auf der Tanzfläche und nicht nur das Bein…Stichwort: hohe Absätze, knappe Kleider. Wo bleibt aber georgische Musik? Darauf haben wir keine Antwort.
Doch nun zum Essen: Trotz dem Pathos bewegen sich die Preise in einem mittleren Sektor. Vegetarische Hauptgerichte fangen bei ca. 9 Euro an, Fleischgerichte bei ca. 12 Euro. Es gibt auch zahlreiche Desserts und georgischen Kaffee – den Kaffee gab es aber nur in der Getränkekarte – bestellen konnten wir ihn nicht.
Eine Reservierung am gleichen Tag reicht vollkommen aus.

Madloba
Foto © Madloba

Schwiliko

Ein junges Restaurant in Kreuzberg bietet ebenfalls authentische georgische Küche an. Gegenüber von Lido liegend, scheint die georgische Küche im Kiez gut angekommen zu sein. Es gibt Platz für etwa 30 Personen und das Restaurant ist für spontane Besucher*innen oft nicht verfügbar. Es empfiehlt sich mindestens 1-2 Tage vorher telefonisch oder persönlich zu reservieren. Es gibt genügend Gerichte mit und ohne Fleisch. Vegan ist dagegen problematisch, wenn es nicht nur beim Wein und berühmten georgischen Heilwasser Borjomi bleiben soll. Lobi ist z.B. ein veganer Bohnentopf und geht immer. Ihr könnt aber auch bei der Bestellung das Personal nach veganen Gerichten fragen und vielleicht bekommt ihr eine individuelle Kreation. Die Preise für Hauptgerichte fangen bei ca. 8 Euro an. Das Personal ist freundlich und gibt auch gern Tipps, wie einige für Berlin (noch) exotische Gerichte richtig zu essen sind. Das Schwiliko unterscheidet sich deutlich von Genazvale und Madloba. Die Speisekarte ist zwar um einiges kürzer, doch das Ambiente und die Stimmung sind mehr an das Kreuzberger bzw. an das jungere Berliner Publikum angepasst.

Schwiliko
Foto © Schwiliko

3 Tipps für besonders leckere georgische Speisen:

Fleisch: Schaschlik (nicht zu verwechseln mit „deutschen“ Schaschlikspießen)
Vegetarisch: Chatschapuri (Käsebrot – als Vor- oder Hauptspeise möglich)
Vegan: Lobio (Bohnentopf mit Tomaten und georgischen Kräutern)


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5 Comments

  1. Wissenstagebuch

    Super, mit diesen Tipps helft ihr mir sehr weiter! Nach georgischen Restaurants in Berlin suche ich schon eine ganze Weile. Die georgische Küche ist wohl sogar in Berlin noch eher exotisch.
    Ich habe vor einiger Zeit Chatschapuri gegessen (allerdings in Armenien) und war begeistert. Bald in Berlin vor einem zu sitzen, lässt mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.
    Vielen Dank für die tollen Tipps!
    Jana

    Gefällt 1 Person

    1. Aleksej Tikhonov

      Hallo Jana! Wir freuen uns, dass wir dir weiterhelfen konnten. Es ist noch nicht alles, was Berlin an georgischen Speisen und Getränken zu bieten hat. Du darfst auf die Fortsetzug gespannt bleiben;)

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  2. Scherbensammlerin

    Ein etwas provokanter Titel, aber ein ganz tolles Format. Auch, dass ihr auf andere Städte ausweiten wollt, ist super. Bei Hamburg bin ich mir leider nicht sicher, ob man bei einer der Nationalitäten überhaupt auf drei Lokale kommt…. Einen polnischen Imbiss gibt es auf dem Kiez, nicht weit davon ein litauisches Restaurant. Aber so viel ich weiß haben die russischen Lokale, die es mal gab alle zugemacht. Und Georgier? Vielleicht irgendwo an der Hohenluft? Aber drei? …müssen wohl nach Berlin kommen.

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    1. Aleksej Tikhonov

      Danke für dein Kommentar! Nach Hamburg müssen wir zumindest für die Dreier-Reihe auf jeden Fall hin. Vielleicht können wir ja einige Lokale unter einem breiteren Begriff zusammenfassen – „Mitteleuropäer“ oder ähnlich:)

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