Gjorgjevski: Abseits des Balkans…

Der junge mazedonische Autor Branislav Gjorgjevski (geb. 1986) schreibt in 23 Kurzgeschichten bzw. Erzählungen über vieles, was aber irgendwie doch immer etwas mit der Liebe zu tun hat. Es sind im Prinzip die Ausschnitte aus längeren Gedankenflüssen: Liebe, Beziehung und Melancholie… das (Rum-) Philosophieren über das Leben. Das Leben, das meist als Mann-Frau-Beziehung mit all ihren Facetten dargestellt wird.

Gibt’s daran etwas besonderes? Etwas speziell mazedonisches? In diese Richtung geht es erst kurz vorm Ende, welches maßgebend für die Stimmung des ganzen Bandes ist. Der Schluss der Kurzgeschichtensammlung setzt die absolute Mehrheit der auf dem ersten Blick (Anti-)Liebesgeschichten in einen größeren Kontext – Mazedonien und Balkan. Im 20. Jahrhundert war die Region ein Drama und zwar nicht auf einer Theaterbühne, sondern im wirklichen Leben. Es waren hier keine Schauspieler*innen, die hier gespielt haben, sondern echte Menschen.

Branislav Gjorgjevski lebt im 21. Jahrhundert. Die vergangenen 100 Jahre haben allerdings ihn persönlich und seine Geschichten sehr stark geprägt. Es sind Geschichten, wie wir sie von jungen europäischen Autor*innen kennen, doch mit einem undefinierbaren und gleichzeitig bitteren Nachgeschmack des Horrors der neuesten Balkangeschichte. Deshalb meint osTraum, der Titel – Abseits der Balkanroute – trifft sehr gut zu. Erschien ist der Band 2016 bei Bernd E. Scholz Weimar. Wir bleiben gespannt, mit welchen neuen Geschichten Branislav Gjorgjevski das deutsche Publikum überrascht.


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