Russe, geh nach Hause! Ein Fotoband.

Ungefähr so waren die Forderungen der Demonstranten in Prag 1968 und 1989. Prager Frühling – der erste Versuch, mehr Freiheit zu erlangen, wurde mit sowjetischen Panzern brutal niedergerollt. „Sowjetisch“ ist dabei entscheidend, denn in den Mannschaften der Fahrzeuge waren nicht nur Russen, sondern auch Polen, Ungarn, Ukrainer und andere „Brudervölker“ des sozialistischen Blocks. Über 30 Jahre später ist es gelungen – die Samtene Revolution ist geglückt und das ohne solche Ausschreitungen wie 1968. Die sowjetischen Truppen mussten also abziehen.

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Tschechische Dokumentarfotografin Dana Kyndrová verfolgte den Abzug der Sowjet-Armee in den Jahren 1990-1991 mit. In ihrem Band Odchod sovětských vojsk/Вывод советских войск/Departure of Soviet Troops zeigt sie ohne lange Kommentare, wie die Vorbereitungen für die Rückkehr der Soldaten vonstattengingen. Es sind fast 100 Bilder, die den Alltag der Armeeangehörigen und auch einfach die Realien dieser Zeit zeigen. Die Stimmung der überwiegend schwarz-weißen Fotos variiert zwischen depressiv und aufbruchbereit, apokalyptisch und amüsant. Aber unabhängig von der Stimmungslage geben die Bilder eine historische Situation wieder, die in vielen europäischen Staaten zu dieser Zeit ähnlich war, egal, ob in Polen, Ungarn, Estland oder (Ost-)Deutschland. Dieses  Zeitdokument ist von großer Bedeutung für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Das Buch erschien in Erstauflage beim Prager KANT Verlag im Jahr 2003.


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Bildquellen: Eigene Aufnahmen des Buches. © KANT


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