Das Erwachsenwerden von Anishoara

Das abgelegene Dorf in Moldawien. Irgendwo in den „Hinterhöfen“ von Europa, in einem Land, wo das Leben stehen geblieben ist, wohnt Anishoara, ein 15-jähriges Mädchen. Ihre Familie besteht lediglich aus dem jüngeren Bruder Andrei und dem Großvater Petru. Anishoara wird erwachsen und erlebt ihre erste Liebe. Der wesentlich ältere Dragosh ist selbstbewusst, fährt Motorrad und trägt eine Lederjacke. Im Winter fährt er Anishoara ans Meer, das sie noch nie gesehen hat. Zwar verläuft die Reise nicht ohne kleine Abenteuer, aber Dragosh bleibt im Anishoaras Herzen.

Im kleinen moldawischen Dorf ist das Leben noch von den jahrhundertalten Traditionen bestimmt. Nur ältere Leute, Kinder und Jugendliche sind hier zu sehen, die erwerbstätigen Erwachsenen scheinen den Ort längst verlassen zu haben. Die einzige Verbindung zum Rest der Welt ist nur der alte Bus, der in die Stadt fährt. Für jüngere Dorfeinwohner_innen ist es daher nur die Frage der Zeit, wann sie diesen Bus nehmen, um nie wieder zurückzukommen.

„Anishoara“ ist ein seltsam ruhiger und sehr authentisch wirkender Film, denn die Dorfeinwohner_innen selbst sind die Hauptdarsteller. Das „echte“ Leben wird unbefleckt von der Regisseurin gezeigt, etwas ungewöhnlich für osteuropäische Dramen über provinzielles Leben. Mit Neugier verfolgt die Kamera das Erwachsenwerden von Anishoara, wie sie aus einem Mädchen zu einer jungen Frau wird. Der Zuschauer bleibt gespannt, man spürt das kommende Unglück in der Luft.

Ana-Felicia Scultenicus („Între Ziduri“, „Hinterhof“, „Panihida“) Film „Anishoara“ ist gleichzeitig ein liebevoll aufgenommenes Heimatsporträt und eine sehr persönliche Geschichte des jungen Mädchens. Ruhig, nachdenklich und hell wirken die Aufnahmen, trotz der ungeschmückten Realität.


Nice-to-knows

Die Vorführungen von Filmen der Regisseurin Ana-Felicia Scultenicu sind bis heute die meistbesuchten im Kino Krokodil, Berlin-Prenzlauer Berg. Beim ausverkauften Kinosaal sahen sich sogar manche begeisterten Kinogänger_innen die Filme der deutsch-moldauischen Filmemacherin auch schon mal vom Foyer aus an.

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Bildquelle (Titelbild): © Anishoara / Weydemann Bros. URL: http://www.anishoara-film.com

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