VERSschmuggel – litauische & deutsche Poesie

Einen Poeten verstehen – das kann wohl nicht einfach sein. Kann aber ein Poet einen anderen verstehen? Auch ohne seine Sprache zu sprechen? Durchaus! – und das zeigt der Lyrikband „VERSschmuggel. Gedichte: deutsch, litauisch“. Darin finden sich liebevoll zusammengestellte Gedichte von sechs deutschen und sechs litauischen Lyrikern wieder. Die Anthologie kam aus einer Kooperation des Lithuanian Culture Institute, des Hauses für Poesie und des Goethe-Instituts in Vilnius zustande und erschien pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2017 (mit Litauen als Schwerpunkt-Land dieses Jahr).

Besonders für deutsch-litauische Sprachbegeisterte ist der Band eine interessante Entdeckung. Denn vor allem auch die Art der Übersetzung von Gedichten aus beiden Sprachräumen macht aufmerksam auf das dahinterstehende Projekt. Dem Zusammenkommen von Dichter_innen ging das interlineare Übersetzen der Lyrik ins Deutsche und Litauische hervor. Im Anschluss haben sich Dichterinnen und Dichter mit der Übertragung der Poesie in eine andere Sprache befasst. Nicht nur sinngemäß, sondern auch „gefühlsgemäß“ zu übersetzen – ein ambitioniertes Ziel. Ob das tatsächlich erfüllt wurde, können am besten nur diejenigen beurteilen, die sowohl des Litauischen als auch des Deutschen mächtig sind.

Der Lyrikband ist in Form eines Dialogs zwischen litauischen und deutschen Dichterinnen und Dichtern aufgebaut: Jeder Poet aus Litauen hat zusammen mit einem Poeten aus Deutschland gearbeitet. Wie diese „Dichter-Paare“ zustande kamen, ist auf jeden Fall eine interessante Frage. Festzuhalten bleibt aber Eines: Die Chemie hat hier offensichtlich ganz gut gestimmt.

„VERSschmuggel / perVERSmai: Poesie aus Litauen und Deutschland“ (Hg. Aurélie Maurin, Thomas Wohlfahrt) erschien im Wunderhorn Verlag. Mit Gedichten von: Antanas A. Jonynas, Giedrė Kazlauskaitė, Gytis Norvilas, Sigitas Parulskis, Aivaras Veiknys, Agnė Žagrakalytė; übersetzt von Christian Filips, Norbert Hummelt, Orsolya Kalász, Sabine Scho, Mathias Traxler, Christoph Wenzel, mit Hilfe der Interlinearübersetzer Laima Lekevičiūtė, Vilija Gerulaitienė, Nida Matiukaitė, Jurgita Mikutytė, Edita Štulcaitė und Rūta Jonynaitė.

Die Poesie aus „VERSschmuggel“ gibt es in beiden Sprachen per QR-Code zum Hören. Und falls ihr schon im Buch blättern wollt, könnt ihr das hier machen.

 

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