Deja Vu

Einen historischen Rückblick in die sowjetischen 1920er bietet „Deja Vu“ – der polnisch-sowjetische Film von Juliucz Machulski an. Die klassische Gangster-Geschichte wird aus den USA auf Odessa übertragen und stellt eine kitschige aber gleichzeitig spannende Interpretation des Genres dar.

Mik(ita) Nich, der bootlegger aus Chicago, ist auf der Flucht. Wegen seines Verrats wird er von Mafia verfolgt, was ihn nach Odessa verschlägt. In der Sowjetunion will Mikita seinen Job weitermachen und baut ein neues Geschäft mit dem Schmuggel von selbstgebranntem Schnaps auf. Die italoamerikanische Mafia kann die Sache jedoch nicht einfach so lassen. Die Rache folgt, und der gut bezahlte Profikiller John Pollack wird nach Odessa geschickt, um Mikita „aus dem Arsch des Teufels zu holen“.

In Odessa wird es für John, der sich für einen amerikanischen Professor für Entomologie ausgibt, nicht einfach, seinen Auftrag schnell zu erledigen. Als erster Passagier der Linienfahrt „New York – Konstantinopel – Odessa“ von Rusflot wird er von der Komsomolzin Klara Gluschko in die Mangel genommen. Die Exkursionen und Besuche seien für den Amerikaner geplant, der will aber nur seine Ruhe haben und allein gelassen werden. Eine Serie von kuriosen Vorfällen folgt.

„Deja Vu“ ist eine Farce, in der sich zahlreiche Klischees aufeinander reihen. Von den Dreharbeiten für „Panzerkreuzer Potemkin“ auf der Hafentreppe in Odessa bis zu deutschen Fahrradsportlern in der Begleitung von dem Mann, der sehr stark an Adolf Hitler erinnert, findet man in dem Film eine Menge an Stereotypen aus der Vorkriegszeit. Unerklärlicherweise sprechen polnische und russische Schauspieler auf Englisch mit einem slawischen Akzent, was allerdings nur den Eindruck der unaufhörlichen Absurdität ergänzt. Am Ende der 1980er Jahre gedreht, zeigt „Deja Vu“ eine halbwegs nostalgische Geschichte, ein wildes Mix aus amerikanischen Actionfilmen und Komödien mit sowjetischem Beigeschmack.

Déjà Vu, 1989 (Regisseur: Juliusz Machulski)

Auszug aus dem Film


Bildquelle: © Одесская киностудия, Киностудия ZEBRA

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