7-osTraum Musiker_innen, die es im Westen geschafft haben

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde westliche Pop-Musik in den Gebieten legal – der Hunger nach dem Neuen kann bis heute nur noch teilweise gestillt werden. Doch wie sieht es andersrum aus? Gibt es Musiker_innen aus dem ehemaligen Ostblock, die es im Westen geschafft haben? Ja, die gibt es und wir haben für euch unsere TOP-7 zusammengestellt.

7. Arkona (Russland)
Seit dem Anfang der 2000`er Jahre, als Folk Metal so richtig populär wurde, gab es zahlreiche Newcomer-Bands aus Skandinavien. Es gab aber auch eine Band aus Russland, die es bis in Übersee geschafft hat – Arkona. Mit Übersee sind damit nicht nur die USA gemeint, sondern fast alle Kontinente und große Inseln. Arkona haben schon überall getourt – in Japan und Chile, in Portugal und China, in Deutschland und Australien. Nur in Afrika und Antarktis waren sie bislang nicht. In die Antarktis haben es aber bis jetzt nur Metallica geschafft. Arkona stehen unter Vertrag bei einem großen österreichischen Label und mit ihren bis heute veröffentlichten 7 Alben haben sie eine weltweite Fan-Community. Aktuell sind sie damit die erfolgreichsten zeitgenössischen und aktiven Musiker aus Russland.

6. t.A.T.u. (Russland)
Nicht mehr aktuell, aber trotzdem aus Russland – t.A.T.u. Einige von euch erinnern sich wohl an das Mädchen-Duo in Schuluniform. Mit ihren ersten englisch-sprachigen Hits stürmten sie die westlichen Charts, wobei ihr Image von russischen lesbischen Teenagern damals eine große Rolle in der Erfolgsgeschichte spielte. Sie waren provokant und unschuldig zugleich. In Russland wurden sie zum Thema von vielen Politikern und politischen Sendungen. Die konservativen Bürgerinnen und Bürger Russlands verteufelten sie und der Westen feierte sie. Nach Millionen von verkauften Alben und ausverkauften Konzerthallen weltweit stellte es sich heraus, dass die bereits erwachsenen Frauen doch nicht so lesbisch sind, wie es schien. Beide bekamen Kinder aus heterosexuellen Beziehungen. Ihr Producer hat aber wohl das Thema der Homosexualität in Russland im richtigen Augenblick monetarisiert.

5. DJ Lethal (Lettland)
Who is DJ Lethal? würden sich wohl einige von euch zu Recht fragen. Tatsächlich ist der Musiker unter seinem eigenen Künstlernamen nicht wirklich bekannt. Doch sagen euch vielleicht solche Lieder wie „Nookie“, „Rollin´“, „Take a Look Around“, „My Generation“ etwas? DJ Lethal war zwischen 1997 und 2012 der Mann am DJ-Pult bei Limp Bizkit. Leors Dimants (so der bürgerliche Name des Musikers) wurde in Lettland geboren. Als er 7 Jahre alt war, flohen seine Eltern aus der UdSSR. Nach einigen Jahren im westlichen Europa wanderten sie weiter nach Westen aus – in die USA. Nicht lange in der russisch-sprachigen Diaspora von New York´s Brigthin Beach verbleibend, zog die Familie Mitte der 1980-er weiter nach Jersey City. Dort entdeckte der junge Leors seine Leidenschaft für Hip-Hop. Als 16-Jähriger bekam er ein Angebot von Everlast, mit denen er bis heute befreundet ist und zusammenarbeitet. Außerdem ist er viel im Underground unterwegs und arbeitet in seinem Studio als Produzent für viele namhafte amerikanische Hip-Hop-Projekte.

4. Victor Smolski (Weißrussland)
Vom Namen her könnte es ein klassischer Komponist sein. Das stimmt ja auch so… fast. Als Sohn vom weißrussischen Komponisten Dmitri Smolski wuchs Victor in einer sehr musikalischen Familie auf, denn bereits sein Großvater Bronislav Smolski war ein bekannter Musikwissenschaftler. Victor selbst wählte einen etwas anderen Weg. Er ist vor allem als Gitarrist bekannt, als Solo-Künstler, Mitglied der Band Rage und Gastmusiker bei Nightwish sowie Tarja Turunen. Seit 1993 lebt der Musiker in Deutschland und ist Produzent von einigen bekannten deutschen Metalbands. Was jedoch allen ein Begriff sein wird – als Komponist schrieb er unter anderem die Soundtracks für „Der Schuh des Manitu“ und „Traumschiff Surprise“.

3. O-Zone (Moldawien)
Ihr Name mag bereits vergessen sein, doch eins ihrer Lieder bleibt bis heute ein Ohrwurm weltweit – „Dragostea din tei“. O-Zone fanden im Jahr 1998 zusammen und wurden in ihrem Heimatland mit den Songs bekannt, die in die Richtung Pop und Eurodance gehen. Auf der Suche nach einem größerem Erfolg zogen sie 2002 nach Bukarest um. Mit ihrer Single „Dragostea din tei“ wurden sie 2003 zu Stars in Rumänien. Im gleichen Jahr coverte die ehemalige Miss Bukarest Haiducii diesen Song und erzielte damit den Durchbruch in Italien. Alles wäre gut, aber das von O-Zone komponierte Lied hat Haiducii ohne Erlaubnis der Band gesungen und so folgte ein Gerichtsverfahren, das O-Zone gewannen. Die illegale Cover-Version sorgte nichtsdestotrotz dafür, dass O-Zone weltweit mit ihrem Original bekannt wurden. 2005 löste sich die Band auf, doch ihr Lied bleibt bis heute ein beliebtes Motiv für Cover-Versionen. Das wohl bekannteste Zitat findet sich in „Live Your Life“ von Rihanna wieder.

2. Rita Ora (Albanien)
In Jugoslawien geborene Rita Sahatçiu wanderte 1991 mit ihrer Familie nach England aus. Als Albaner wurden sie in Kosovo zu der Zeit verfolgt. Hinzu kam auch der Balkankrieg. Ihr Vater, der vom Beruf Betriebswirt ist, eröffnete eine Kneipe in der Region London, wo Rita gelegentlich auftrat. 2007 gelang ihr der erste große Erfolg – eine Single mit Craig David. In Großbritannien wurde sie so eine Berühmtheit. Sie wurde unter anderem Jurorin in der Casting-Sendung The X Factor und spielte in „Fast & Furios 6“ sowie „Fifty Shades of Grey“ mit. Um aber zur Musik zurückzukehren: bereits 2008 unterschrieb Jay-Z mit ihr einen Plattenvertrag auf seinem Label Roc Nation und nahm mit ihr zusammen einige Lieder auf. Ihre Konzerttätigkeit umfasst mittlerweile gemeinsame Tours mit Drake und Coldplay.

1. Ivan Král (Tschechien)
Der wohl bekannteste… Nein, bei Ivan Král geht es nicht um seinen Bekannheitsgrad, sondern darum, was er für die westliche und die weltweite Pop- und Rock-Musik geleistet hat. Er war der Bass-Gitarrist von Patti Smith Group und Blondie. Doch dieser Umstand ist nur einer von vielen. Als Komponist schrieb er Lieder für U2, Pearl Jam, Iggy Pop, David Bowie und Simple Minds. Der 1966 aus der kommunistischen Tschechoslowakei ausgewanderte Musiker komponierte nicht „nur“ Lieder für diese Stars, sondern war auch ein aktives Mitglied ihrer Bands, v.a. bei Iggy Pop. Nach dem Zerfall des Ostblocks arbeitete er auch mit tschechischen Künstler_innen zusammen und schrieb die Musik, welche er auch selbst performte, zum Beispiel für die Trauerfeier des 2011 verstorbenen tschechischen Präsidenten Václav Havel.


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Im Titelvisual: Ivan Král, Wikimedia

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