Die 7 zeitgenössischen Künstlerinnen aus Israel

Die Migration aus ehemaligen UdSSR-Staaten nach Israel fand vor allem ab dem Ende der 1980-er statt. Viele kamen aus der Ukraine, wo Jüd*innen bereits seit der Kyjiwer Rus, also seit rund Tausend Jahren gelebt haben. In den westlichsten Gebieten des Kyjiwer Staates wurden Jüd*innen erstmals 1030 erwähnt. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine führt seit Jahren unter anderem dazu, dass viele ukrainische (aber auch russländische) Jüd*innen nach Israel gehen.

Seit 1989 sind etwa 1 Million Menschen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Israel eingewandert, über 300.000 zogen in die USA, rund 220.000 nach Deutschland. Die Einwanderer brachten eine Vielfalt an kulturellen Hintergründen mit sich, was sie zu einer bereichernden Komponente ihrer neuen Lebensorte macht. Trotz der Herausforderungen der Integration – neue Sprache, neue bürokratische Realien u.s.w. – haben sich viele Jüd*innen und ihre nicht-jüdischen Verwandten für die Alijah – die Rückkehr in die historische Heimat – entschieden. Israel ist ihre Lebensmitte und dort tragen sie aktiv zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Landes bei. osTraum hat für euch die 7 zeitgenössischen Künstlerinnen aus Israel ausgesucht, die ihr auf jeden Fall kennen solltet.

7. Sveta Dorosheva

Die in der Ukraine geborene und derzeit in Israel lebende Sveta Dorosheva arbeitet im Bereich der erzählenden Kunst und Illustration. Eine tiefe Faszination der Künstlerin für Sagen, Mythen und Märchen findet ihren Weg in ihre detailreichen Werke.

Als autodidaktische Künstlerin arbeitet sie hauptsächlich an Illustrationen für Literatur, Magazine und kommerzielle Auftraggeber*innen. Ihr erstes Buch als Autorin und Illustratorin „The Land of Stone-Flowers“ wurde 2015 auf Russisch veröffentlicht. Es wurde mittlerweile ins Rumänische, Japanische, Chinesische und Englische übersetzt. Übersetzungen in weitere Sprachen sind bereits in der Planung. Sveta wurde dreimal für den Shortlist Award der World Best Illustrations (AOI) nominiert, ihre Werke erscheinen in den führenden Sammlungen moderner Illustrationen weltweit, und im Sommer 2018 wurde sie für eine renommierte dreimonatige Künstlerresidenz im Art Peace Swatch Hotel in Shanghai ausgewählt.

Sveta ist in der Industriestadt Saporischschja* in der Ukraine aufgewachsen. Zwar war Kunst in ihrer Familie kein wirkliches Thema, doch als Vierjährige entdeckte sie im Chaos eines Schranks ein Buch über antike Skulpturen, brütete stundenlang darüber und verliebte sich in Apollo. Selbst schreibt sie über ihre Kindheit auf ihrer Webseite:

„Wir verfügten über ungekürzte Märchenausgaben, die für Forschung gedacht waren, die glücklicherweise nicht ihres ursprünglichen Reichtums beraubt wurden, damit „die Kinder verschont bleiben“. Ich war fasziniert von der düsteren, launischen Welt… Alles verwandelte sich in etwas anderes. Tiere redeten und warfen ihre Häute ab, um sich in Menschen zu verwandeln. Das geheimnisvolle „tote Wasser“ erweckte die Toten zum Leben. Die Waldhexe lebte in einem Haus auf Hühnerbeinen und hatte ein Klappbett, das unvorsichtige Reisende in die Unterwelt warf. Die Menschen kehrten von einem eintägigen Ausflug zum Unterwasserkönig zurück und stellten fest, dass in ihrer Heimat Hunderte von Jahren vergangen waren. Vergiftete Nadeln verwandelten Prinzessinnen in Vögel oder durch eine falsche Bewegung in Steine… Es gab sogar eine alte Version von [Charles Perraults] „Eselshaut“, in der die böse Stiefmutter eine Hexe war und das Mädchen in einen Magen einer verwickelten Kuh verwandelte. Sie profezeite, dass „der Zauber nur gebrochen wird, wenn der König dich küsst, ha-ha-ha“! Da ich ein recht fantasievolles Kind war, habe ich eine wichtige Lektion gelernt: Wenn diese Geschichte ein glückliches Ende hat, kann dich nichts im Leben so sehr aus der Fassung bringen…

Damals empfand ich nichts davon als seltsam oder unwirklich. Dies war nur ein Teil einer packenden Geschichte. Und das ist der Unterschied zwischen der Wahrnehmung von Märchen durch Kinder und Erwachsene. Kinder unterteilen die Dinge nicht in real und unglaubhaft – alles ist nur Teil einer faszinierenden Handlung. Sie halten einfach alles für selbstverständlich. Der Pilz verwandelte sich in einen kleinen Mann. Aus dem Kuhmagen wurde ein wunderschönes Mädchen. Alles ganz natürlich. Für ein Kind ist die Verwandlung von Regen in Sonnenschein und die Verwandlung eines Frosches in einen Prinzen dieselbe Art natürlicher Metamorphosen, die die Welt ticken lässt und zu einem so interessanten Ort zum Beobachten macht. Nichts ist „schrecklich“ oder „wunderschön“ – sondern eine unendliche Vielfalt und Wunder. Ich bin froh, dass ich einen kleinen Teil dieser Wahrnehmung ins Erwachsenenalter geschmuggelt habe, und ich habe das Gefühl, dass die meisten meiner Zeichnungen von dort stammen.“

*Nach der Ausweitung des russländischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2022 war die Stadt Saporischschja Artilleriefeuer und Luftangriffen der russischen Besatzer ausgesetzt. Nach Angaben der ukrainischen Polizei wurden vom 24. Februar 2022 bis 24. Februar 2023 mehr als 400 Raketenangriffe gegen die Stadt verübt. Durch den russländischen Beschuss in der Region Saporischschja wurden 344 Menschen ermordet, darunter 21 Kinder; 939 Menschen wurden verletzt, 63 davon waren Kinder. Die vorgerichtlichen Ermittlungsbehörden eröffneten 2430 Strafverfahren über potentielle Kriegsverbrechen auf dem Territorium der Region Saporischschja.

„Boo“ (watercolor (2023))

Webseite von Sveta Dorosheva
Facebook von Sveta Dorosheva
Illustrationen von Sveta Dorosheva

6. Ira Eduardovna

Die künstlerische Welt hat in Ira Eduardovna eine bemerkenswerte Persönlichkeit gefunden, deren Werke von einer faszinierenden Reise durch verschiedene Länder, Kulturen und Sprachen geprägt sind. Geboren in Taschkent, Usbekistan, zog sie in den letzten Jahren der UdSSR über das sowjetische Russland nach Israel und schließlich in die Vereinigten Staaten. Seit den 2000er Jahren hat sie in den USA, insbesondere in den Großstädten New York und Los Angeles, ihre künstlerische Heimat gefunden. Eduardovnas vielseitige Arbeit erstreckt sich über die Bereiche Theater, Film, Aktionskunst, Performance und Installationen. Doch, obwohl sie stets versucht, sich von ihrer eigenen Biografie als Gegenstand ihrer Kunst zu distanzieren, lassen die Erfahrungen ihrer Migration sie nicht los und drängen sich immer wieder in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Ihre Werke werden zu einer Art Auseinandersetzung mit den Traumata, die sie während ihrer Reisen und Übergänge erlebt hat, und dienen gleichzeitig als Medium zur Umwandlung dieser Traumata in lebendige Erinnerungen.

Eduardovnas künstlerische Reise spiegelt nicht nur ihre persönliche Erfahrung, sondern auch die Geschichte ihrer Familie wider. Ihre Eltern verließen die Sowjetunion und wanderten nach Israel aus. Als die bevorstehende Auswanderung in ihrem damaligen Umfeld bekannt wurde, sah sich ihre Familie mit antisemitischen Parolen konfrontiert. Diese schmerzliche Erfahrung hat dazu beigetragen, Eduardovnas Kunst mit einem tieferen Verständnis für die Bedeutung von Identität und Zugehörigkeit zu erfüllen. Ihre künstlerische Hingabe und Originalität haben Eduardovna zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien eingebracht. Sie hat an mehreren Dutzend Solo- und Gruppenausstellungen teilgenommen und war auch auf internationalen Festivals vertreten. Mit dieser beeindruckenden Bilanz ist sie zweifellos eine der international bekanntesten Künstlerinnen, die ihre Wurzeln irgendwo zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten und Nordamerika verorten. Dieser weite geografische Rahmen spiegelt die Tiefe und Weite ihrer künstlerischen Werke wider, die von einer faszinierenden Reise durch Kulturen und Identitäten zeugen.

Ira Eduardovnas künstlerische Reise ist ein fesselndes Beispiel für die Art und Weise, wie persönliche Erfahrungen und historische Ereignisse die Kunst bereichern können. Ihre Werke sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern bieten einen enorm großen Raum für Reflexion über die menschliche Erfahrung und die Bedeutung von Heimat, Identität und kulturelle Vielfalt.

„The iron road“ (Two channel video installation (2021))

Webseite von Ira Eduardovna

5. Natalia Zourabova

Natalia Zourabova verkörpert in ihren Kunstwerken ein Kaleidoskop kultureller Einflüsse, die ihre komplexe Reise durch Russland, Deutschland und Israel reflektieren. Geboren 1975 in Moskau, verfeinerte sie ihre künstlerischen Fähigkeiten von 2000 bis 2003 an der Universität der Künste Berlin. Im Laufe der Jahre wurde Zourabova mit zahlreichen prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, darunter der Discount Artistic Encouragement Award 2019 des Herzliya Museum of Contemporary Art.

Als Mitbegründerin der New Barbizon-Gruppe in Israel hat Zourabova seit 2010 einen wichtigen Beitrag zur Kunstwelt Israels geleistet. Ihre unternehmerische Initiative führte zur Gründung der Shmezalel School of Art im Jahr 2013 und der Louvre Gallery in Tel Aviv im Jahr 2018. Zourabovas Karriere ist auch von eindrucksvollen Einzelausstellungen geprägt, die verschiedene Geografien und Kulturen erkunden. Ihre Kunst, die eine Reise durch Zeit und Emotionen reflektiert, erkundet Themen von universeller Resonanz und fesselt das Publikum mit ihrer künstlerischen Tiefe. Zu ihren markanten Ausstellungen gehören „Devochki“, „Red Heat“, „Small Works“, „Table of Drawings“, „Painting of Tomorrow“ und „Wanderings“. Zourabovas Fähigkeit, kulturelle Einflüsse nahtlos zu verschmelzen, macht sie zu einer einflussreichen Figur in der zeitgenössischen Kunstszene.

Während ihre künstlerische Reise weitergeht, bleiben Zourabovas Werke ein Beweis für ihre Hingabe und ihr unnachgiebiges Engagement für die Erforschung der menschlichen Erfahrung durch Kunst. Ihre vielfältigen Ausstellungen versprechen in den kommenden Jahren einen unauslöschlichen Eindruck in der israelischen und globalen Kunstwelt zu hinterlassen.

„Lola“ (oil on canvas (2021))

Webseite von Natalia Zourabova
Instagram von Natalia Zourabova

4. Asya Lukin

Tradition und Innovation verschmelzen im Schaffen der Künstlerin Asya Lukin und zeigen eine einzigartige Perspektive und einen untrüglichen Sinn für Tiefe und Bedeutung des menschlichen Lebens. Damit erobert Lukin die Herzen und Gedanken von groß und klein. Geboren in St. Petersburg, hat Lukin in Jerusalem, Paris und London studiert. Heute ist der malerische Küstenort Jaffa in Israel ihr Zuhause. Ihre Werke, die sich über verschiedene Medien erstrecken, von Puppenanimationsfilmen, die tiefgründige philosophische Fragen des Lebens ansprechen, bis hin zu meisterhaften Bildhauereien von Porträts, Landschaften und Alltagsszenen aus Ländern wie den USA, Israel und Großbritannien, haben die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums auf sich gezogen. Besonders faszinierend ist Lukins Auseinandersetzung mit dem Jüdischsein in Vergangenheit und Gegenwart, die in vielen ihrer Arbeiten einen zentralen Platz einnimmt. Ihre Buchillustrationen und Animationsworkshops, wie in dem Sharaban Studio für Malerei und Stop-Motion-Animation, bieten Einblicke in ihre kreativen Prozesse und inspirieren angehende kleine und große Künstler*innen.

Für Lukin beginnt der Schaffensprozess oft mit Beobachtungen aus dem täglichen Leben. Doch das Bedürfnis, den emotionalen Gehalt ihrer Themen hervorzuheben, führt sie dazu, diese Skizzen immer wieder zu überarbeiten, bis die intensivsten Melodien, Farben und Bewegungen sich zu einem ausdrucksstarken Werk vereinen, das eine unsichtbare Implikation der Szene vermittelt. Das Ergebnis sind fesselnde Puppenanimationsfilme, meisterhafte Gemälde und eindringliche Zeichnungen, die den Betrachter dazu einladen, tief über das eigene Sein und die Beziehung zur Welt nachzudenken.

Ausschnitt aus dem Film Pecatum Parvum (2007)

Webseite von Asya Lukin
Instagram von Asya Lukin

3. Anna Lukashevsky

Die Malerei von Anna Lukashevsky entführt die Betrachter auf eine Reise in die Nuancen des Menschseins. Geboren in Litauen und in Haifa, Israel, beheimatet, fängt Lukashevsky in ihren Werken die Essenz des Lebens ein. Mit ihrer bevorzugten Technik, Öl auf Leinwand, geht Lukashevsky weit über das bloße Abbilden hinaus. Sie beobachtet und fängt zeitlose Gefühle als auch zeitgenössische Eindrücke ein. Ihre Einzelausstellungen im Haifa Art Museum, im Bat Yam Art Museum und in der Rosenfeld Gallery haben sie als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen in Israel etabliert.

Hauptsächlich mit Stillleben und Portraits beschäftigt, vermittelt Lukashevskys Kunst oft das Gefühl einer Zeitreise. Die Dimensionen ihrer Motive lassen die Betrachter*innen sich mitten im Geschehen wiederfinden. Ob sie nun an einem Tisch sitzen, der mit Gemüse und Obst bedeckt ist, oder sich in einem Konzert einer lokalen Indie-Band in Haifa wiedererkennen, Lukashevskys Werke ziehen die Betrachter*innen in ihren Bann. Doch ihre Kunst ist nicht nur persönlich und heimisch, sondern auch sachlich und unmittelbar. Sie lädt nicht nur zum Zuschauen ein, sondern Teil des Geschehens zu werden. In einer Welt, die oft von Distanz geprägt ist, schafft Lukashevsky mit ihren Werken eine Brücke zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

„Kirill / New Immigrants“ (oil on canvas (2022))

Instagram von Anna Lukashevsky
Anna Lukashevskys Werke in der Rosenfeld Gallery
Anna Lukashevskys Werke in Urban Nation Berlin

2. Olga Kundina

In der Welt der Kunst gibt es Werke, die mehr sind als nur Abbilder – sie sind Fenster in die tiefen Emotionen und Gedanken, die im Alltäglichen verborgen sind. Eine Künstlerin, die diese subtile Schönheit des Alltags einfängt, ist Olga Kundina.

Geboren 1965 in der UdSSR, begann Olga Kundina bereits im Alter von 10 Jahren ihr Kunststudium an einer privaten Kunstschule. Ihre Leidenschaft für Kunst führte sie später an die Moskauer Schule für angewandte und dekorative Kunst, wo sie 1983 ihren Abschluss machte. Sie setzte ihre Ausbildung von 1985 bis 1990 am Moskauer Institut für Grafikdesign und Illustration fort, wo sie ihren Masterabschluss erwarb. Doch ihr Lebensweg führte sie schließlich nach Israel, wo sie seit 1991 in Rosh Pina lebt und arbeitet, einer malerischen Stadt im oberen Galiläa, die von rumänsichen Einwanderer*innen im 19. Jahrhundert gegründet wurde und für ihre kulturelle Vielfalt bekannt ist.

Als Mitbegründerin der New Barbizon Group und Dozentin am Kunstinstitut des Tel Hai College hat Olga Kundina einen bedeutenden Beitrag zur Kunstszene Israels geleistet. Ihre Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen sowohl in Israel als auch im Ausland gezeigt, darunter im Erez Israel Museum in Tel Aviv, im Hamidrasha Gallery und im Tel Aviv Museum of Art. Ihr Stil, geprägt von der Ästhetik der New Barbizon Group, zeichnet sich durch die Darstellung der Alltäglichkeit und des darin Verborgenen aus.

Kundinas Kunst ist ein Spiegelbild des menschlichen Lebens, das oft im Gewöhnlichen verborgen ist. Ihre Leinwände erzählen Geschichten von Liebe, Verlust, Freude und Einsamkeit, die uns dazu bringen, innezuhalten und über die Komplexität des menschlichen Seins nachzudenken. Olga Kundina hat es geschafft, die Schönheit des Alltags in ihren Werken festzuhalten und uns dazu zu bringen, die Welt um uns herum mit neuen Augen zu sehen. Ihre Kunst ist nicht nur ein visuelles Vergnügen, sondern auch eine Quelle der Inspiration und der Reflexion über das Leben selbst.

Webseite von Olga Kundina
Instagram von Olga Kundina
Olga Kundinas Werke in der Rosenfeld Gallery

1. Zoya Cherkassky-Nnadi

Die Werke der israelischen Künstlerin Zoya Cherkassky-Nnadi sind tief verwurzelt in ihren persönlichen Erfahrungen, insbesondere ihrer Kindheit in der Ukraine während der sowjetischen Herrschaft und ihrer Migration nach Israel im Jahr 1991.

Geboren 1976 in Kyiv, zog sie als Teenager mit ihrer Familie nach Israel, nur zwei Wochen vor dem Zusammenbruch der UdSSR. Diese entscheidende Lebensveränderung prägt ihre Kunst bis heute. Besonders beeindruckend ist ihre Ausstellung „Pravda“ (Wahrheit) von 2018, die auf eindrucksvolle Weise die Erfahrungen der Einwanderung darstellt.

In „Pravda“ werden nicht nur Szenen aus Cherkassky-Nnadis eigener Einwanderung gezeigt, sondern auch Situationen, die sie als gemeinsame Erfahrungen für diejenigen darstellt, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel migrierten. Sie zeigt die Herausforderungen der Ankunft in einem neuen Land und den Versuch, sich in den jüdischen Lebensstil zu integrieren oder hybride Lebensentwürfe zu entwickeln, die die historische Heimat Israel, die geografische Heimat Ukraine sowie die spätsowjetischen Realitäten vereinen.

Die Künstlerin kritisiert auch die Diskriminierung, der einige Migrant*innen ausgesetzt sind, und stellt Stereotypen dar, die auf in der UdSSR geborene Jüdinnen in Israel angewendet wurden und zum Teil immer noch werden. Insbesondere ihr Gemälde „Iztik“ hat in Israel kontroverse Diskussionen über diese Themen ausgelöst.

Zoya Cherkassky-Nnadi hat auch dazu beigetragen, afrikanische Realitäten in die Werke der New Barbizon Group einzubringen, insbesondere durch ihre Ehe mit einem Mann afrikanischer Herkunft und die daraus resultierenden Erfahrungen. Diese neue Richtung trägt zur Ablösung westlicher Standards und zur Emanzipation der Kunst bei, die sich mit dem afrikanischen Kontinent beschäftigt.

Nach der Ausweitung des russländischen Krieges im Februar 2022 und dem Hamas-Terroranschlag auf die israelische Zivilbevölkerung und Tourist*innen im Land am 7. Oktober 2023 haben Cherkassky-Nnadis Werke besondere Aufmerksamkeit erregt. Ihre Kunst dient als kraftvolle Reflexion und Erinnerung an die tragischen Ereignisse.

Simchat Torah“ (mixed technique on paper (2023))

Instagram von Zoya-Cherkassky-Nnadi
Zoya-Cherkassky-Nnadis Werke in der Rosenfeld Gallery


Damit es osTraum weiterhin gibt und Du unsere tollen Goodies bekommst,
unterstütze uns auf >>>Patreon<<< mit nur einem Kaffee.


osTraum auf Instagram

osTraum auf Facebook

osTraum auf Telegram

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.